Bewegung für die Kids im Kiez

Bewegungsförderung und Gesundheitsvorsorge hatten auf der letzten Quartiersratssitzung am 24. November oberste Priorität.


Foto: Schuster

Es soll ein Netzwerk auf- und ausgebaut werden, das die Bewegung der Kinder im Donauviertel spielerisch fördert. Dadurch möchte man die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kids in den nächsten Jahren verbessern, denn sie sind extrem benachteiligt: So können sie im Gebiet keine öffentliche Grünfläche und keinen Spielplatz besuchen, ohne die gefährliche Karl-Marx-Straße oder die Sonnenallee zu überqueren. Oder aber sie müssen weite Strecken zu Fuß laufen.
Die besorgniserregenden Auswirkungen dieses Bewegungsmangels zeigen sich beim Schuleintritt. Die letzte veröffentliche Einschulungsuntersuchung des Bezirksamtes Neukölln für das Jahr 2014 hat ergeben, dass ein Fünftel der Erstklässler grundlegende Schwierigkeiten mit der Raumorientierung und der Bewegungssteuerung hat. Außerdem sind gut 14 Prozent der Kinder übergewichtig, während der berlinweite Durchschnitt hier bei 9 Prozent liegt.
Die schwierigen Startbedingungen und der hohe Förderbedarf ergeben sich nicht zuletzt auch daraus, dass im Donaukiez 43 Prozent der Kinder Sprachdefizite haben. Im Berliner Durchschnitt weist nur jedes vierte Kind Sprachmängel auf.
Um den Kindern einen langen Weg mit den damit verbundenen Gefahren zu ersparen, soll in der Nähe des Wohnortes ein betreutes Bewegungsangebot bereitgehalten werden. Auf diesem Wege sollen auch Bewegungsbaustellen eingerichtet werden. So möchte man nach Schul- und Hortschluss eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung sicherstellen.
Zum einen wird die Bewegungsförderung auf dem Spielplatz auf dem Schulhof der Rixdorfer Grundschule stattfinden. Die Schule bietet idealerweise auch geeignete geschützte Räume für die Betreuung unabhängig von der Witterung an. Der Schulhof, das Elterncafé und im Winter auch die Turnhalle können von den Kindern und ihren Eltern auch nach dem regelmäßigen Schulbetrieb ab 16 Uhr intensiv genutzt werden. Dabei wird an das bereits existierende Projekt „Schulhoföffnung an der Rixdorfer Grundschule“ angeknüpft. Das darüber langjährig aufgebaute Vertrauen zwischen der Schule, den Kindern, Sozialarbeitern und Eltern soll nicht verloren gehen, sondern weiter gestärkt werden.
Zum anderen lassen sich die „Bewegungsbaustellen“ auch in den Kindertagesstätten einrichten, um deren Mangel an Freiflächen auszugleichen; gedacht ist hier insbesondere an die Kleinstkitas. Generell möchte man die Bewegungsinitiative auf weitere Orte im Quartier ausdehnen. Wo es sich anbietet, könnten zum Beispiel Wohnhöfe miteinbezogen werden.