Quartiersratssitzung: Was ist wichtig für den Donaukiez?

Der Quartiersrat hat auf seiner Sitzung im Mai die Prioritäten für die Entwicklung des Kiezes festgelegt. Außerdem gab der Verein LIFE e.V. einen ersten Überblick über das neue Projekt „Stadtteilgrün und Umweltgerechtigkeit im Donaukiez“.


Der Quartiersrat bestimmt beim IHEK mit

Wo der Quartiersrat in den einzelnen Handlungsfeldern die Schwerpunkte setzt, hat direkte Auswirkungen auf das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzepts (IHEK), das für den Donaukiez seit Anfang des Jahres neu geschrieben wird. Weil sich das Viertel ständig verändert, wird das Kiezkonzept alle zwei Jahre angepasst. Ganz wichtig ist dabei die Sicht der Kiezbewohner*innen, die aus ihrem Alltag heraus am besten wissen, welche Probleme dringend angepackt werden sollten. Das Quartiersmanagement hat deshalb seit Anfang des Jahres in mehreren Etappen Gespräche mit Bewohner*innen und Einrichtungen im Gebiet geführt. So wurde zunächst auf den ersten beiden Quartiersratssitzungen in diesem Jahr ausgelotet, wo Handlungsbedarf besteht. Im Anschluss führten die Quartiersmanagerinnen mit vielen Einrichtungen zahlreiche weitere Einzelgespräche, so unter anderem mit den Besucher*innen des Seniorentreffs der Martin-Luther-Gemeinde in Neukölln und dem Jugendstadtteilladen Hobrecht83. Auch beim Tag der offenen Tür im Quartiersbüro konnten die Bewohner*innen ihre Wünsche und Vorstellungen zusammentragen. „Wir wollten einen möglichst umfassenden Bedarf darstellen“, erläutert Quartiersmanagerin Jihane Arnhold. „Nicht alles kann über das Programm Soziale Stadt finanziert werden, doch damit Projekte auch aus anderen Töpfen finanziert werden können, sollten alle Bedarfe in das Konzept aufgenommen werden."

Schwerpunkte für die nächsten zwei Jahre

Auf der Quartiersratssitzung am 18. Mai 2017 stimmte der Quartiersrat schließlich in insgesamt fünf Handlungsfeldern über die künftigen Schwerpunkte ab:


Im Bereich „Schule, Ausbildung, Jugend“ wurde die Schaffung außerschulischer Lernorte und deren Sicherung favorisiert. Auch die Profilierung und Sicherung des Jugendstadtteilladens Hobrecht83 bekam höchste Priorität. Die Erweiterung und Sicherung der Schulöffnungen sowie der Elternkooperationen an den Schulen wurde genauso wie die Fortführung der Nachmittagsangebote an der Ernst-Abbe-Schule als wichtig erachtet.


Im Feld „Wirtschaft und Arbeit“ bekam die Förderung von Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Jugendliche die meisten Stimmen, dicht gefolgt vom Wunsch nach Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die nichterwerbstätige Bewohnerschaft. Die Stärkung der Sonnenallee als Nahversorgungszentrum, Arbeitsplatzgeber und Dienstleistungsstandort steht an dritter Stelle.


Im Handlungsfeld „Nachbarschaft“ sah der Quartiersrat als allerwichtigstes Anliegen für die nächsten zwei Jahre die Sicherung von kostenfreien Mietberatungsangeboten, gefolgt von der Förderung von Kultur- und Freizeitangeboten.


Für den Bereich „Öffentlicher Raum“ wurden ganz deutlich Sauberkeitsaktionen an die oberste Stelle gesetzt. Gleichauf dahinter lagen die Umweltbildung sowie die Öffnung der Kita- und Schulgärten und der Hinterhöfe für die Nachbarschaft.


„Beteiligung, Vernetzung und Einbindung der Partner“
lautete das letzte Handlungsfeld, das an diesem Abend gewichtet wurde. Hier gab es an der Spitze zwei gleichstarke Positionen: Zum einen sollen die Kooperation der Quartiersakteure und die verbindlichen Beziehungsstrukturen gefördert werden, zum anderen gilt es, die Schulfördervereine, die Eltern, Jugendlichen und Nachbarschaftseinrichtungen stärker in die Quartiersentwicklung einzubeziehen. Unter den weiteren Vorschlägen sah der Quartiersrat die Gewinnung neuer Bewohner*innen für nachbarschaftliches Engagement als wichtig an.


Ende Mai wird das ausgearbeitete IHEK beim Bezirksamt Neukölln eingereicht, wo im Juni der Beschluss über den Kiezfahrplan fallen wird. Im Sommer 2017 geht das Konzept zur endgültigen Festschreibung schließlich zur Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, um anschließend im Herbst veröffentlicht werden zu können – unter anderem auf der Website des Quartiersmanagements.

Grünoffensive für den Kiez

Ein konkretes Vorhaben zur Verbesserung des öffentlichen Raumes lernten die Quartiersräte an diesem Abend noch näher kennen. Martina Bergk und Till Rosemann vom Verein LIFE e.V. stellten das Projekt „Stadtteilgrün und Umweltgerechtigkeit im Donaukiez“ vor. „In den nächsten zwei Jahren werden hängende, rollende und fliegende Gärten die Phantasie im Donaukiez anregen“, versprach Martina Bergk. Vor allem die Straßenräume und die Höfe werden die Hauptschauplätze für mehr Grün im Kiez sein. Doch zunächst lautet die Frage: Wie kann man sich diese Orte aneignen? Um das zu erkunden, sollen lokale Netzwerke und die Bewohner*innen zusammenkommen, damit sich alle über die Grünoffensive austauschen können. Auch die Schulen und Kitas können sich an der Ideenfindung und Umsetzung beteiligen. Geplant ist ein Grüner Tisch, der Interessierte, die mitreden und mitmachen wollen, zusammenbringt. Der Erste soll im Juni stattfinden, regelmäßig will man sich alle zwei Monate treffen. Insgesamt werden im Laufe der beiden nächsten Jahre zwei bis drei größere Grünaktionen starten, deren genaue Ausgestaltung aber erst mit den Anwohner*innen konkretisiert wird. „Wir denken auch an einen Ausflug in den Garten des Klunkerkranichs auf den Neukölln Arcaden“, erzählt Till Rosemann. „Vielleicht kann man dort etwas sehen, was man in den Donaukiez reintragen kann.“

Interessierte Nachbar*innen können sich direkt an das Team von LIFE e.V. wenden unter der Telefonnr.: 030-30 87 98 45 oder Email: rosemannlife-online.LÖSCHEN.de.

die webredaktion