Wie kann der Donaukiez grüner werden?

Obwohl der Donaukiez sehr dicht bebaut ist, kann der Stadtteil noch viel grüner und ökologischer werden. Das Projekt „Stadtteilgrün und Umweltgerechtigkeit im Donaukiez“ lädt alle Bewohner*innen zum Mitmachen ein.


Fotos: Jens Sethmann

„Grünräume sind im Donaukiez praktisch gar nicht vorhanden und an öffentlichen Räumen haben wir nur die Straßen.“ So beschreibt Till Rosemann die schwierige Ausgangslage des Grünprojekts. „Ziel ist es, die wenigen vorhandenen Freiräume besser zu nutzen“, erklärt Rosemann, der zusammen mit Martina Bergk und Matteo Ciprandi von „Life e.V.“ das Projekt leitet.

Austausch am „Grünen Tisch“

Am 27. Juni kam ein Dutzend Leute erstmals am „Grünen Tisch“ zusammen, darunter Vertreter*innen von Schulen, Kitas, Kirche und Moschee sowie vom Gewerbenetzwerk „Unternehmen Neukölln“, die sich mit ihren Einrichtungen für einen grüneren Donaukiez engagieren wollen. Der Grüne Tisch ist gedacht als Plattform für Aktive, um Informationen untereinander auszutauschen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. Gleich beim ersten Mal kamen viele Vorschläge zusammen: Man könnte an vielen Stellen hängende Gärten anlegen, die Freiflächen von Schulen und Kitas zugänglicher machen, auf den Straßen mobile Beete oder grüne Verkehrsinseln anlegen, bestimmte Straßenabschnitte zeitweilig autofrei machen oder zur Spielstraße erklären. „Wir haben leider keine investiven Mittel, also kein Geld, um einen Park zu bauen“, sagt Till Rosemann. Aber in der Projektlaufzeit sollen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort Kiezprojekte entstehen, beispielsweise temporäre Begrünungen, die von der Bewohnerschaft nachgemacht und nachgebaut werden können. Das Projekt läuft bis Ende 2018.

Gartengruppe für Stadtbegrüner

Um viele Leute zu gewinnen, die Interesse am Gärtnern auf ihrer Fensterbank, auf dem Balkon, im Hinterhof oder auf der Straße haben, ruft das Grünprojekt die Gartengruppe Donaukiez ins Leben. Jeder, der einen grünen Daumen hat oder etwas für ein grüneres Wohnumfeld tun will, ist zu den offenen Treffen eingeladen.
Beim ersten Mal geht es am 21. Juli hoch hinaus auf das Parkdeck der Neukölln Arcaden: Vom „Klunkerkranich“-Dachgarten kann man sich vieles abschauen. Ein Urban-Gardening-Experte erklärt dort, wie man Vertikalgärten und Hochbeete mit einfachen Mitteln selbst bauen kann und welche Pflanzen sich dafür eignen. In der Gartengruppe kann man sowohl Tipps und Tricks für den Balkon austauschen als auch ganz große Pläne für eine Begrünung des Stadtteils schmieden.

Kleine Sonnenblumenpflanzer

Die Jüngsten haben schon mal angefangen. Beim Sommerfest der Kita Reuterstraße, das am 30. Juni wegen des Regenwetters leider drinnen stattfinden musste, waren Till Rosemann und Matteo Ciprandi dabei. An einem Tisch konnten die Kinder aus Zeitungspapier einen kleinen Blumentopf bauen, ihn mit Erde befüllen, ein paar Sonnenblumenkerne einpflanzen und mit nach Hause nehmen – der erste Schritt für einen grüneren Donaukiez.

Webredaktion



Erstes Treffen der Gartengruppe:
Freitag, 21. Juli 2017, 16 Uhr
„Klunkerkranich“ auf dem Dach der Neukölln Arcaden
Karl-Marx-Straße 66 (Ebene P5)
12043 Berlin
Informationen: www.gruener-donaukiez.de