Die Kiezbühne kommt

Der Quartiersrat des Donaukiezes hat in seiner Juli-Sitzung der Anschaffung einer mobilen Bühne zugestimmt. Außerdem stellte das „Kollektiv plus X“ ihr gerade gestartetes Projekt „Nomadisches Kultur Zentrum“ vor.


Foto: Jens Sethmann

Der Quartiersrat traf sich diesmal nicht im Quartiersbüro, sondern bei der Hamidiye-Moschee im dritten Hinterhof der Sonnenallee 18. Beim Neujahrsempfang des Quartiersmanagements hatte der Gemeindeleiter Fatih Oguz den Quartiersrat eingeladen.

Moschee mit Kiezengagement

Der Moscheeverein ist im Donaukiez durch sein Engagement bei der Baumscheibenbepflanzung in der Sonnenallee schon bekannt. Außerdem hält er ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche bereit. So finden regelmäßig Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe und Ausflüge statt. Für die Sitzungspause hat der Verein ein üppiges Buffet mit Häppchen, Salaten und Getränken vorbereitet.

Weg frei für die Bühne

Mit Zustimmung des Quartiersrats bekommt der Donaukiez eine mobile Bühne. Die Idee kam ursprünglich aus der Rixdorfer Schule: Sie hat sich für Aufführungen und Schulfeste eine Bühne gewünscht, die sich auch andere Einrichtungen ausleihen können. Es war eigentlich schon im letzten Jahr vorgesehen, dass die Schüler*innen der Werkschule Löwenherz im Rahmen der „Netzwerkstatt Donaukiez“ eine Bühne bauen. Dabei traten aber unerwartete Hürden auf. „Die Bühne hätte vom TÜV abgenommen werden müssen“, berichtet Lehrer Bernd Otten. Die Anfrage bei einem Ingenieur ergab: „Das würde teurer werden, als wenn man eine Bühne kauft“, so Otten. Die eingeplanten 10.000 Euro hätten nicht ausgereicht.
Nun sind in diesem Jahr erfreulicherweise Gelder vom Senat zurückgeflossen, die im letzten Jahr nicht ausgegeben wurden. „Wir sind damit in der glücklichen Lage, mehrere Projekte aufstocken zu können“, erklärt Cedric Stoof, Gebietskoordinator beim Bezirksamt Neukölln. So stehen jetzt für die Bühne 20.000 Euro zur Verfügung. Damit könnte man unter Umständen sogar ein Modell mit Dach kaufen. Gelagert werden soll sie im Keller der Rixdorfer Schule. Sowohl die Theodor-Storm-Grundschule als auch die Kita Reuterstraße haben schon Bedarf angemeldet. Bei der Anschaffung wird darauf geachtet, dass die Bühne möglichst einfach aufzubauen ist.

Nomadisches Kulturzentrum geht auf Wanderschaft

Am Ende der Quartiersratssitzung stellten Anka Broschk und Marvin Schwark vom „Kollektiv plus X“ ihre Ideen für das Projekt „Aufsuchende Nachbarschaftsarbeit“ vor. Nachdem der Quartiersrat in seiner März-Sitzung dafür grünes Licht gegeben hatte, wählte die Steuerungsrunde im Rahmen einer Ausschreibung den Bewerber „Kollektiv plus X“-Team als Träger aus.

Ziel des Projektes ist es, den sozialen Zusammenhalt der Nachbarschaft zu stärken und die Identifikation mit dem Kiez zu festigen. „Dazu wollen wir das Nomadische Kulturzentrum gründen und Anlässe zur Begegnung schaffen“, sagt Marvin Schwark. Im Rahmen des Projektes sollen verschiedene selbstgebaute „Pop-Up-Mobilen“ zum Einsatz kommen. Das sind zum Beispiel ein kleiner Küchenwagen, mobile Tischtennisplatten oder Minigolfbahnen, ein Deko-Wagen und mobile Tische. Mit dieser Ausstattung kann man dann auf Gehwegen oder in den Höfen Nachbarschaftsfeste feiern, ein Hinterhofkino veranstalten oder einfach nur spielen.
„Wir wollen die Mobile zusammen mit der Nachbarschaft bauen“, sagt Marvin Schwark. Was dabei entsteht, richtet sich nach den Wünschen der Bewohner*innen. Das bis Ende 2019 laufende Projekt hat im Juni begonnen. Das „Kollektiv plus X“ knüpft im Moment die Kontakte im Donaukiez.

Webredaktion

Kontakt zum „Kollektiv plus X“ per E-Mail: nokuzentrumgmx.LÖSCHEN.de