Urban-Gardening-Ideen vom Parkdeck für den Donaukiez

Beim ersten Treffen der Gartengruppe haben sich Begrünungsinteressierte im Klunkerkranich-Dachgarten viele Anregungen für den Donaukiez geholt.


Fotos: Jens Sethmann

Zum Auftakt ging es hoch hinaus. Am 21. Juli traf sich zum ersten Mal die Gartengruppe des Projekts „Stadtteilgrün und Umweltgerechtigkeit“ beim Klunkerkranich auf dem Dach der Neukölln-Arcaden. Auf dem obersten Parkdeck gibt es nicht nur den bekannten Club, sondern seit 2013 auch einen Gemeinschaftsgarten. Knapp 20 Garteninteressierte aus dem Donaukiez sind gekommen, um sich Ideen für das Begrünen von Hinterhöfen, Baumscheiben, Brandwänden oder Flachdächern anzusehen.

Gartenoase unter schwierigen Bedingungen

Auf dem kahlen Parkdeck haben die rund zehn Leute des Vereins Horstwirtschaft komplett in Eigenleistung eine beachtliche grüne Oase geschaffen. Der einzigartige Standort bringt aber auch viele Probleme mit sich. „Kübel sind die einzige Art, hier etwas anzupflanzen“, sagt Ansgar Poloczek, der die Gruppe durch den Garten führt. „Es gibt hier kein Ökosystem, an das man sich andocken kann.“ Die Bedingungen sind auch nicht für alle Pflanzen geeignet. „Wir haben hier immer volle Sonne und sind dem Wind ausgesetzt“, erklärt Ansgar Poloczek. Dadurch gibt es eine sehr starke Verdunstung und man muss viel gießen. Anfangs haben die Gemeinschaftsgärtner*innen das von Hand gemacht. „Aber nach und nach haben wir die Beete an ein Bewässerungssystem angeschlossen“, so Poloczek. Mit durchlöcherten Schläuchen und einer Zeitschaltuhr wird nun eine bedarfsgerechte Tröpfchenbewässerung sichergestellt. „Das klingt perfekt durchgeplant, ist aber auch nur try and error gewesen“, berichtet Ansgar Poloczek. „Man muss das über die Jahre probieren.“

Eine interessante Wandbegrünung befindet sich an der Auffahrtsrampe. Dort stehen nicht nur alte Schuhe, aus denen Gras wächst. An der Mauer sind auch ausgediente Holzpaletten angeschraubt, in denen stabile Plastiksäcke voller Erde eingehängt wurden. Aus ihnen wachsen nun robuste Kräuter – eine Begrünung, die kaum Platz braucht. Auf dem Toilettengebäude des Klunkerkranichs haben die Gartenaktivist*innen das flache, leicht schräge Dach bepflanzt. Als Unterlage diente zur Abdichtung Baustellenvlies.

Ansporn für Kiezbegrünung

Wie lässt sich so etwas „unten“ im Donaukiez umsetzen? Darüber sprachen die angehenden Kiezbegrüner*innen im Anschluss. Könnte man auf dem Gelände der Rixdorfer Schule einen kleinen Nachbarschaftsgarten anlegen? Wie kann man Pflanzungen im öffentlichen Raum vor Vandalismus schützen? Wie kann man Hauseigentümer davon überzeugen, die Begrünung von Hinterhöfen oder Gebäuden zuzulassen?

Über solche Fragen und über erste konkrete Begrünungsvorhaben soll bei den kommenden Treffen der Gartengruppe beraten werden. Voraussichtlich im September kommt sie das nächste Mal zusammen. Neben der Gartengruppe sind im Rahmen des Projekts auch noch beispielhafte Kiezprojekte geplant, mit denen die Bewohner*innen des Donaukiezes zum Selbstbegrünen ihres Umfelds angeregt werden sollen. Informationen und Termine unter: www.gruener-donaukiez.de.

Webredaktion