Die frischeste Schule von Neukölln

Das Ernst-Abbe-Gymnasium feierte am 17. November mit einem Festakt den Abschluss der sechsjährigen Sanierung.


Jochen Biedermann, Jan-Christopher Rämer, Katrin Lompscher, Tilmann Kötterheinrich-Wedekind und Franziska Giffey (v.l.n.r.) bei der Enthüllung der "Städtebauförderung"-Plakette. Fotos: Jens Sethmann

Sechs Jahre lang haben die 550 Schüler*innen des Ernst-Abbe-Gymnasiums in der Sonnenallee 79 auf einer Baustelle gelernt und viele Einschränkungen hinnehmen müssen. Doch die Geduld hat sich gelohnt. Das 1899 gebaute Schulhaus erstrahlt in neuem Glanz. „Das Ernst-Abbe-Gymnasium erhält vom Keller bis zum Dach neue Chancen für den Unterricht“, erklärt Schulleiter Tilmann Kötterheinrich-Wedekind. Im Keller gibt es eine neue Bibliothek und unter dem Dach sind Musik- und Kunsträume entstanden, „lichtdurchflutet wie ein Atelier“, so der Schulleiter. Zudem wurde die Turnhalle so umgebaut, dass sie auch als Veranstaltungsraum genutzt werden kann. Das alles geschah unter Wahrung des Denkmalschutzes. Der auffälligste Eingriff ist die Fluchttreppe an der Hoffassade.
Bis Ende des Jahres wird noch ein Teil des Schulhofs hergerichtet, dann ist die Sanierung endlich abgeschlossen. „Dass das kleine Eckchen noch nicht ganz fertig geworden ist, stört heute keinen“, sagt Kötterheinrich-Wedekind zur Eröffnung des Festakts.

Acht Millionen Euro gut investiert


„Das Ernst-Abbe-Gymnasium ist die älteste Schule von Neukölln, und jetzt ist es die frischeste“, sagt Stadtenwicklungssenatorin Katrin Lompscher. „Die Sanierung des Ernst-Abbe-Gymnasiums war ein großartiges Projekt und wir sind froh, es jetzt abschließen zu können.“
Die Sanierung wurde zum größten Teil mit Städtebauförderungsmitteln des Sanierungsgebiets Karl-Marx-Straße/Sonnenallee bezahlt, insgesamt kostete es fast acht Millionen Euro. „Jeder einzelne Euro ist gut investiert“, bekräftigt Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, „denn wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler hier gut und erfolgreich lernen können.“
„Bildung und Stadtentwicklung gehören für uns zusammen“, erklärten unisono Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer und Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann.

Großes bildungspolitisches Erbe


Das Ernst-Abbe-Gymnasium steht in einer großen Tradition. Unter dem damaligen Namen Karl-Marx-Schule führte der Reformpädagoge Fritz Karsen hier ab 1921 moderne Unterrichtsmethoden ein, die deutschlandweit Aufsehen erregten. Außerdem ist hier der zweite Bildungsweg zum Abitur erfunden worden. „Das ist ein großes bildungspolitisches Erbe“, sagt Bildungsstadtrat Rämer. Schulleiter Kötterheinrich-Wedekind stimmt zu: „Unsere Geschichte ist ein großer Ansporn, gute Arbeit zu machen, damit auch Schülerinnen und Schüler mit nicht so guten Startbedingungen hier Abitur machen können.“

Zur Feier des Tages hatte auch das Elterncafé geöffnet und für die zahlreichen Gäste ein riesiges Kuchenbuffet aufgefahren. Auch das Nomadische Kultur-Zentrum war mit der Fantasiefahnen-Druckerei dabei. Hier konnten die Schüler*innen Fahnenstoff mit bunten Formen und Mustern bedrucken. Die Fahen wurden am Bauzaun aufgehängt und werden auch künftig Straßenfeste und Aktionen im Donaukiez schmücken.