Adventsbasar für den guten Zweck

Wie jedes Jahr am ersten Advent verwandelte sich die Martin-Luther-Kirche in der Fuldastraße 50 in einen riesigen Basar.


Foto: Jens Sethmann

Kurz nach dem Gottesdienst ging es am 3. Dezember um 11 Uhr los mit dem Adventsbasar der Martin-Luther-Gemeinde. Fünf Stunden lang konnte man nach schönen und nützlichen Dingen stöbern. Die Gemeinde schätzt, dass 4000 bis 5000 Besucher gekommen sind. Der Verkaufserlös wird für einen guten Zweck verwendet.

Wer ein paar Tische mit Weihnachtsdeko und Selbstgehäkeltem sowie einen Stand mit Kaffee und Kuchen erwartete, wurde überrascht. Das ganze Kirchengebäude ist an diesem Adventssonntag in ein großes Secondhand-Kaufhaus verwandelt worden.

Flohmarktstimmung im Kirchenschiff


In der Kirchenhalle konnte man Geschirr und Küchenutensilien, Schreibwaren und Haushaltstechnik, Kinderkleidung und Spielzeug, Schmuck und Accessoires, Dekoratives und Krimskrams kaufen. Wo sonst die Kirchenbänke stehen, waren nun Tische aufgebaut, an denen sich die Besucher*innen mit einem Teller Bohnensuppe, gebackenen Waffeln oder Kaffee und Kuchen niederließen. Kein Quadratmeter blieb ungenutzt: Der Altarraum wurde zu einem Bücherantiquariat und auf der Orgelempore konnte man Bilder und Kunstdrucke erwerben. Im ersten und zweiten Stock wurde gebrauchte Kleidung für Frauen und Männer angeboten, im dritten Stock gab es das Kinderprogramm. Und vor dem Eingang haben fleißige Helfer ununterbrochen Bratwurst gegrillt.

Für die Gemeindearbeit in Südafrika und Neukölln


„Der Erlös fließt zu einem Viertel in eine südafrikanische Partnergemeinde, zu drei Viertel in unsere Gemeindearbeit“, erklärt Gemeindemanager Felix von Ploetz, der den Basar organisiert hat. So vergibt die Gemeinde zum Beispiel ihre Räume sehr günstig an Deutschkurse für Geflüchtete und an andere Gruppen. „Sonst könnten wir das gar nicht machen“, so von Ploetz.

Alles, was zum Verkauf stand, wurde von Leuten aus dem Gemeindebezirk gespendet. „Größere Mengen holen wir auch ab“, sagt der Gemeindemanager. „Das einzige, was wir nicht annehmen, sind Möbel.“ Der Aufbau des Basars hat eine ganze Woche gedauert. Felix von Ploetz denkt schon an nächstes Jahr: „Wir suchen immer wieder Freiwillige, die helfen.“ Der Basar findet seit 45 Jahren immer am ersten Advent statt.

„Lebendiger Adventskalender“ im Kiez


Der Basar war Teil des „lLebendigen Adventskalenders“, den die Martin-Luther-Gemeinde in diesem Jahr organisiert. Jeden Tag gibt es an einem anderen Ort im Stadtteil eine kleine feierliche Aktion. Weil der 24. Dezember in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, hat der Lebendige Adventskalender ausnahmsweise nur 23 Türchen. Mit dabei ist auch das Quartiersmanagement Donaustraße-Nord: Am 11. Dezember ist das Nomadische Kulturzentrum mit seinem Küchenwagen am Quartiersbüro in der Donaustraße 7 zu Gast.

Webredaktion