Der Quartiersrat – Nachbar*innen melden sich zu Wort

Alle zwei Monate trifft sich der Quartiersrat im Donaukiez zur öffentlichen Sitzung, um sich über die aktuellen Ereignisse im Viertel auszutauschen. Die Infowege sind kurz, alle am Tisch kennen das Quartier und können aus nächster Nähe berichten. Das Gremium entscheidet mit darüber, wie es im Quartier weitergeht und wie die öffentlichen Gelder des Quartiersmanagements verteilt werden. Ob eine Grünaktion sinnvoll ist, die Nachhilfeangebote aufgestockt gehören oder die Sauberkeit im Kiez verbessert werden soll.


Quartiersratsitzung in 2017

Anwohnerin Gabriele Thran kennt den Donaukiez wie ihre Westentasche. „Seit meiner Geburt wohne ich auf der Sonnenallee“, erzählt sie, „und seit einem Jahr bin ich Mitglied des Quartiersrates.“ Der Anlass war ein Zettel an ihrer Haustüre, auf dem die Nachbarschaft zur offenen Quartiersratsitzung eingeladen wurde. „Ich bin einfach hingegangen, und es war hochinteressant, welche Projekte dort vorgestellt wurden“, erinnert sie sich an ihren ersten Abend. Neben ihrer Neugier war bald auch ihr Engagement geweckt. Auf einer der nächsten Treffen wurde sie festes Mitglied des Bewohnergremiums. Viele Sachen habe sie im Laufe des Jahres mitbekommen, von denen sie früher im Donaukiez nichts gehört hätte, so ihre Erfahrung. „Und an der Theodor-Storm-Grundschule habe ich mich bei einem Projekt mit ganz viel Eigeninitiative persönlich reingehangen“, beschreibt Gabriele Thran den Fortgang ihres Kiezengagements. Die abwechslungsreiche Arbeit im Quartiersrat empfindet sie auch nicht als „Arbeit“ im eigentlichen Sinne. „Es ist einfach interessant, sechs Mal im Jahr zu den Sitzungen zu gehen und zu erfahren, was im Kiez so los ist“, meint sie. Schließlich treffen viele unterschiedliche Infoquellen bei so einem Abend aufeinander und man kann sich in entspannter Atmosphäre austauschen.

Kiezexperten vor Ort

Der Quartiersrat setzt sich ganz einfach zusammen: Jeder, der im Quartier wohnt, arbeitet oder sich anderweitig engagiert und mindestens 16 Jahre alt ist, kann Mitglied im Gremium werden. Die deutsche Staatsbürgerschaft spielt keine Rolle und besondere Kenntnisse sind ebenfalls für die Mitarbeit nicht nötig. Die Nachbar*innen sind gesucht als Experten vor Ort, denn sie wissen aus erster Hand, wo die Pluspunkte ihres Quartiers liegen und wo der Schuh drückt. Gute Voraussetzungen also, um über die Zukunft des Kiezes mitzuentscheiden. Am besten ist es, wenn alle größeren Gruppen des Wohnviertels im Quartiersrat vertreten sind: Frauen genauso wie Männer, alte Menschen genauso wie Jugendliche, Migranten genauso wie Deutsche. Denn alle Interessen und Belange der Menschen im Kiez sollten berücksichtigt werden.

Einfach mitmachen

„Wer im Quartiersrat mitmachen möchte, kann sich einfach bei uns melden“, erklärt Quartiersmanagerin Sandra Abild. „Es gibt keine große Hürde und niemand muss sich vorstellen.“ Ganz informell kann man bei einem Treffen vorbeischauen und sich das Ganze unverbindlich ansehen. Wer dann Lust bekommen hat, sich länger im Donaukiez zu engagieren, wechselt in den Quartiersrat. „Wir sind immer neugierig auf neue Leute aus dem Kiez“, sagt Sandra Abild. Wer den Quartiersrat kennenlernen will, ist herzlich zum Neujahrsempfang eingeladen. Am Donnerstag, den 25. Januar 2018, stehen ab 19 Uhr die Türen in der Donaustraße 7 für alle Anwohner*innen offen – für Getränke, Essen und Musik ist gesorgt.

die webredaktion