Aktiv gegen die Vermüllung

Der Bezirk Neukölln kämpft weiter gegen Unrat auf den Straßen – sowohl mit Aufklärung als auch mit Müll-Sheriffs. Das Quartiersmanagement sucht Paten für die Hundekottütenspender.


Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey mit den Neuköllner Müll-Sheriffs, Foto: Bezirksamt Neukölln

Foto: Schuster

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Kurz bevor sich Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey in die Bundesregierung verabschiedet hat, verkündete sie, dass auch weiterhin Müll-Sheriffs auf Neuköllns Straßen patrouillieren. Seit Mai 2017 sind die Einsatzkräfte einer Sicherheitsfirma im Bezirk unterwegs, um illegale Müllentsorger auf frischer Tat zu ertappen. Das erfolgreiche Pilotprojekt wird auch 2018 fortgeführt. Die Bußgeldeinnahmen haben sich mehr als versechsfacht. So konnten 2017 mit Hilfe der Müll-Sheriffs 6800 Euro an Bußgeldern wegen illegaler Müllentsorgung verhängt werden. 2016 waren es nur 1080 Euro.

Müll-Hotspots unter Beobachtung


Die Müll-Sheriffs haben ein besonderes Augenmerk auf 15 sogenannten Müll-Hotspots. Dazu gehören auch die Donaustraße, die Karl-Marx-Straße und die Sonnenallee. Die Sheriffs sind nicht wie die Ordnungsamtsmitarbeiter durch eine Uniform schon von weitem erkennbar und arbeiten auch außerhalb der Dienstzeiten des Amts.

Ziel ist es, das Entdeckungsrisiko für Menschen zu erhöhen, die ohne Rücksicht auf die Umwelt und die Nachbarschaft ihren Müll auf Straßen und Gehwegen entsorgen. „Dieses Verhalten beschädigt unsere Stadt. Die Kosten dafür trägt die Allgemeinheit – und das sind in ganz Berlin über vier Millionen Euro pro Jahr“, erklärt Franziska Giffey. „Der Unrat auf der Straße ist vielen ein Dorn im Auge. Das geht mir genauso.“

Mitmach-Aktionen und Tipps für mehr Sauberkeit


Deshalb hat die Bezirksbürgermeisterin vor zwei Jahren auch die Kampagne „Schön wie wir“ gestartet, die mit vielen Kooperationspartnern für angenehmere und sauberere Straßen und Plätze sorgen will. Unter dem Symbol eines pinkfarbenen Besens gibt es Sauberkeits- und Begrünungsaktionen, Firmen haben Spielplatz-Patenschaften übernommen. Auf der Internetseite sind außerdem Tipps und Infos versammelt, etwa zur richtigen Entsorgung von Sperrmüll und Elektroschrott sowie zur Baumscheibenbepflanzung.

Online-Meldungen ans Ordnungsamt


Wer sich über Müllhaufen in Grünanlagen, Sperrmüll auf Bürgersteigen oder Bauschutt am Straßenrand ärgert, kann dies auch online ans Ordnungsamt melden. Unter ordnungsamt.berlin.de (mobile App: www.berlin.de/ordnungsamt-online/mobile-app/) kann man die Adresse eingeben oder den genauen Ort auf einer Karte markieren, das Ärgernis kurz beschreiben und bei Bedarf auch Fotos dazu hochladen.

Sollte das Ordnungsamt nicht selbst zuständig sein, leitet es die Beschwerde an das Straßen- und Grünflächenamt, das Umweltamt, die BSR oder die Polizei weiter. Auf der Internetseite kann man nachvollziehen, wann die Meldungen auf welche Weise bearbeitet wurden. Wer eine E-Mail-Adresse angibt, kann sich auch direkt benachrichtigen lassen. Alle eingegangenen Beschwerden sind für jeden einsehbar.

Tütenspender-Paten gesucht


Ein leidiges Problem ist der Hundekot auf den Bürgersteigen. Hundehalter sind in der Pflicht, die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners zu beseitigen. Um sie bei der Entsorgung des Hundekots zu unterstützen, gibt es im Donaukiez am mehreren Schilderpfosten Tütenspender. Man kann dort kostenlos eine Plastiktüte herausziehen und damit den Hundehaufen sauber aufnehmen und in den nächsten Mülleimer werfen.

Die Spender werden zur Zeit von drei Ehrenamtlichen aufgefüllt. Damit möglichst immer Beutel greifbar sind, sucht das Quartiersmanagement Donaustraße-Nord weitere Freiwillige, die regelmäßig Tüten nachfüllen. Wer als Anwohner oder Ladeninhaber ein Tütenspender-Pate werden möchte und sich so für einen sauberen Donaukiez engagieren will, sollte sich einfach beim Quartiersmanagement melden: telefonisch unter (030) 34 62 00 69, per E-Mail unter infoqm-donaustrasse.LÖSCHEN.de oder persönlich in der Donaustraße 7.

Webredaktion