Nachbarn kennenlernen beim Hinterhofdinner

Eine schön gedeckte Tafel, allerlei Köstlichkeiten und neugierige Nachbar*innen – das waren die Zutaten für das Hinterhofdinner am 26. April in der Donaustraße 130


Fotos: Birgit Leiß /Webredaktion

Der Hof, wo sonst Fahrräder stehen, war an diesem Freitagabend geschmückt mit den selbst bedruckten Fahnen des Nomadischen Kulturzentrums, einem Projekt von „Kollektiv Plus X“. Das Team hatte zusammen mit einigen Hausbewohner*innen Tische und Stühle organisiert und seine selbst gebaute mobile Küche mitgebracht. Vorab war natürlich das Okay der Hausverwaltung eingeholt worden. „Wir wollten unsere Nachbar*innen kennenlernen“, sagt Quartiersmanagerin Ngoc Dinh-Le zur Idee des Hinterhofdinners. Im Kiez ist die Fluktuation hoch, nachbarschaftliche Bindungen entstehen da nur schwer.

Wilder Sperrmüll und hohe Mieten nerven

Auch die Mieter*innen in der Donaustraße 130 kennen sich kaum untereinander. ‚Ach, du bist das, der in der Wohnung neben mir manchmal Gitarre spielt‘, sagte eine Frau zu ihrem Nachbarn. Nach und nach trudelten immer mehr Hausbewohner*innen ein und die lange Tafel war schon bald bis auf den letzten Platz besetzt. Ernesto, einer der Hausbewohner, hatte viele leckere Dinge zubereitet. Bei verschiedenen Sorten Tortilla, Spargel-Möhren-Salat und selbst gemachter Limonade kam das Gespräch schnell auf die leidigen Themen Mietprobleme und Vermüllung. Ngoc Dinh-Le und ihre Kollegin Yara Pascale Füssel empfahlen die Ordnungsamt-App, informieren über die anstehenden Wahlen zum Quartiersrat und kündigten schon mal das Kiezfest im September in der Weichselstraße an. Matteo Ciprandi vom Projekt „Grüner Donaukiez“ nutzte die Gelegenheit, um auf die nachbarschaftliche Einpflanzaktion am 11. Mai hinzuweisen und den geplanten Kiezgarten vorzustellen.

Zur Nachahmung empfohlen

„Das müsste man viel öfter machen“, meinte eine Hausbewohnerin. Oft sei man beruflich zu stark eingespannt und bekomme solche Neuigkeiten und Aktivitäten aus dem Kiez gar nicht mit. Einige wollten auch wissen, was genau ein Quartiersmanagement macht und wer das finanziert.

Ein rundum gelungener Abend also für alle Beteiligten. Die Aktion fand im Rahmen des Projekts „Aufsuchende Nachbarschaftsarbeit im Donaukiez“ statt und wird gefördert über das Programm Soziale Stadt. Träger des Projekts ist das Kollektiv Plus X.

Weitere Hinterhofdinner in anderen Häusern sind geplant.

Webredaktion