Mit Respekt und Boxen auf dem Weg zu starken Demokrat*innen

Entdecke den Kiez und lerne dabei die Grundregeln des Boxsports – darum ging es beim RespAct-Projekt, das kürzlich in der Rixdorfer Grundschule lief und am 1. Juni im Rahmen des Festivals Offenes Neukölln vorgestellt wurde


Fotos: Birgit Leiß

Einige Kinder basteln noch in der Aula an den Kiezkarten, während Lojen im Hof beim Aufbau der kleinen Projektpräsentation hilft.  Begeistert erzählt sie von dem dreitägigen Workshop, an dem sie gemeinsam  mit weiteren 17 Schüler*innen teilgenommen hat. „Das hat total Spaß gemacht“, meint sie und zeigt stolz auf ihre Kiezkarte, wo sie wohnt und welche Orte im Gebiet sie am meisten mag. Zusammen mit dem Team der Camp Group gGmbh und Judit Miklos, der Lehrerin der Willkommensklasse, haben die Schüler*innen zunächst eine Kiezerkundung gemacht. „An diesem Tag war es so heiß, dass wir nur bis zur Hasenheide gekommen sind“, berichtet die Lehrerin.  

Kritik üben will gelernt sein 

Aber nicht nur das Wetter erwies sich als Herausforderung. „Es war gar nicht so einfach, etwas aus den Kindern herauszukitzeln“, sagt Judit Miklos: „12 der Kinder kommen aus unseren Willkommensklassen, sie sind es nicht gewohnt, Kritik zu äußern und weil sie noch nicht so lange in Deutschland sind, finden sie alles gut und schön.“  Aber genau das ist das Anliegen von RespAct: aus Kindern und Jugendlichen starke Demokrat*innen und mündige Bürger*innen zu machen, die sich aktiv in die Gesellschaft einbringen.

Viel Lob für Neukölln 

Auf den drei Kiezkarten, die dann an den beiden Folgetagen erstellt wurden, findet sich auch viel Lob. „Neukölln wir lieben dich“, steht auf einer der Collagen, umrahmt von einem Herz. „Die Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 13 Jahren mögen die grünen Plätze, die U-Bahn-Station, die Eisläden in der Sonnenallee und natürlich ihre Schule.“ Ich mag Neukölln, weil ich hier akzeptiert werde, wie ich bin“, hat Lojen geschrieben.  Trotzdem bedauert ein Junge, dass es zu wenig Spielplätze und Fußballplätze gibt. 

Beim Boxen gilt Fair Play 

Neben Gruppenarbeit und Rollenspielen wurde auch das Boxen geübt. Warum boxen? „Weil es gerade bei Jugendlichen ein Image als brutaler Kampf hat, aber eigentlich ist es ein Sport, bei dem es um Dinge wie Fairness, Regeln, Konzentration und eben Respekt vor dem anderen geht “, erklärt Susanne Andreas von der Camp Group. Die Mädchen wollten zuerst nicht so recht, aber dann siegte die Neugier und sie zogen sich ebenfalls die Boxhandschuhe über. 

Der Workshop an der Rixdorfer Schule wurde über den Netzwerkefonds auf Bezirksebene gefördert. Die öffentliche Abschlussveranstaltung fand im Rahmen des Festivals Offenes Neukölln statt. Vom 1. Bis 3. Juni fanden im Bezirk über 150 Veranstaltungen für ein vielfältiges und solidarisches Neukölln statt, darunter Feste, Filme, Lesungen und Diskussionen, etwa zum Thema Rassismus und Rechtspopulismus. 

Webredaktion