Fahrradfreundlicher, ruhiger und grüner

Die Donaustraße wird unter Beteiligung der Bürger*innen umgestaltet. In der Rixdorfer Schule informierten sich Anwohner*innen über die Pläne und wählten ein neues Beteiligungsgremium für das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee. Zuvor traf sich der Grüne Tisch im Schulhof.


Fotos: Jens Sethmann

Am 20. Juni ging es in der Rixdorfer Schule rund um die Donaustraße. Im Hof kam der Grüne Tisch des Projekts Grüner Donaukiez zusammen. In den 20 Holzkisten, die vor vier Wochen bepflanzt wurden, haben sich die Pflanzen gut entwickelt. Demnächst werden sie die Straßen im Donaukiez begrünen und bei einem Nachbarschaftsfest im September einen kleinen Straßengarten bilden. Für diese Aktionen sammelte der Grüne Tisch noch ein paar Ideen.

Bezirk nimmt Bürgerbeteiligung ernst


In der Aula ging es anschließend unter der Überschrift „Nachbarschaft gestalten“ um die Bürgerbeteiligung im Kiez. Sandra Abild und Aylin Morszeck vom Quartiersmanagement Donaustraße-Nord stellten die Beteiligungsmöglichkeiten im Quartiersrat und in der Aktionsfondsjury vor. Barbara Bernstein und Niko Papamichail berichteten von ihrer Arbeit im Beteiligungsgremium des Sanierungsgebiets Karl-Marx-Straße/Sonnenallee. „Wir werden sehr früh in die Planungen einbezogen“, sagte Niko Papamichail. „Man kann in vielen kleinen Details an Schrauben drehen“, ergänzte Barbara Bernstein. Neuköllns Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste Jochen Biedermann betonte: „Wir nehmen Bürgerbeteiligung ernst. Es ist uns wichtig, die Alltagserfahrung der Menschen mitzunehmen.“ Nach der Neuwahl besteht das Beteiligungsgremium nun aus sechs Mitgliedern.

Donaustraßenumbau startet Ende August


Auf großes Interesse der rund 50 Besucher*innen trafen die Planungen für die Donaustraße. Für Radfahrer*innen könnte sie eine wichtige Nord-Süd-Verbindung abseits der großen Hauptstraßen Karl-Marx-Straße und Sonnenallee sein – wäre da nicht das Kopfsteinpflaster. Das ist stellenweise so holprig, dass Radfahrer*innen die Donaustraße meiden oder verbotenerweise auf den Gehwegen fahren. „Die Donaustraße ist nicht optimal als Radfahrstrecke geeignet“, sagt Horst Evertz vom Sanierungsbeauftragten BSG.

Um das zu ändern, wird ab Ende August die Fahrbahn der Donaustraße asphaltiert. Die Seitenstreifen, auf denen die Autos parken, behalten ihr Pflaster. Die Fahrbahnbreite bleibt bei 5,50 Meter südlich der Weichselstraße und bei 4,85 Meter nördlich davon. Vor der Rixdorfer Schule wird die Fahrbahn verschwenkt, damit der Gehweg vor der Schule breiter wird und der Autofahrer*innen zum Abbremsen gezwungen werden. Hier sollen auch zwei Übergänge über die Straße entstehen. Außerdem werden an allen Kreuzungen die Gehwege in den Straßenraum vorgezogen, damit man die Straßen sicherer und bequemer überqueren kann. „Diese Querungshilfen sind auch zur Schulwegsicherung sehr wichtig“, erklärt Horst Evertz. An geeigneten Stellen werden auch Fahrradbügel aufgestellt, an denen man sein Rad sicher anschließen kann. Die Einbahnstraßenregelung am Nordende der Donaustraße und in der Pannierstraße wird beibehalten, die Gegenrichtung aber für Radfahrer*innen freigegeben, auch in der Pannierstraße.

Es wird in drei Bauabschnitten gebaut


Boris Schmiereck vom Straßen- und Grünflächenamt erklärt den Bauablauf: „Wir werden uns ab August von der Schönstedtstraße vorarbeiten bis zur Weichselstraße. Im nächsten Jahr gehen wir von der Reuter- und der Pannierstraße in entgegengesetzter Richtung vor.“ Der Platz vor der Rixdorfer Schule soll während der Sommerferien 2019 hergerichtet werden. Die Arbeiten finden jeweils halbseitig statt, so dass Notdienste immer jedes Haus erreichen können. Im Jahr 2020 folgt noch der Umbau der Kreuzung Anzengruberstraße. Ein 70 Meter langes Stück der Donaustraße zwischen Anzengruber- und Ganghoferstraße behält vorerst noch das Kopfsteinpflaster, weil hier für den Umbau der Alten Post und des Parkhauses die Baustelle eingerichtet werden muss.

Der Zeitplan kann aber nur eingehalten werden, wenn bei der Ausschreibung die Baufirmen im Preisrahmen bleiben. Der Umbau soll 878 000 Euro kosten. „Wir hoffen, dass wir Angebote zu diesem Preis bekommen“, sagt Horst Evertz. „Sonst können wir so nicht bauen.“

Vernünftige Lösungen versprochen


In der Diskussion bemängelten einige Anwohner*innen, dass die Bürgersteige mit ihrem schadhaften Kleinsteinpflaster nicht im gleichen Zug erneuert werden. Das Budget des Bezirks gibt das nicht her. Schäden oder Stolperfallen auf dem Gehweg kann man aber dem Straßen- und Grünflächenamt melden, sie werden dann umgehend repariert.

Anke Peters, Schulleiterin der Rixdorfer Schule, befürchtet, dass die Kinder direkt auf die Fahrbahn laufen könnten, wenn die heutigen Gitter beseitigt werden. Ein Anwohner regte an, vor der Schule einen verkehrsberuhigten Bereich anzulegen, in dem höchstens Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf. „Wir werden vernünftige Lösungen finden“, verspricht Bezirksstadtrat Jochen Biedermann.

Webredaktion

Details zum Umbau der Donaustraße:
www.aktion-kms.de/projekte/umbau-donaustrasse/ 

Schadensmeldungen an das Straßen- und Grünflächenamt:
E-Mail: sga-strassenbezirksamt-neukoelln.LÖSCHEN.de
Telefon: (030) 90239-2181