Der mobile Straßengarten geht auf Wanderschaft

Für ein Wochenende verwandelte sich ein Teil der Donaustraße in einen kleinen Straßengarten, ganz nach dem Motto: ‚Wo kein Grün ist, schaffen wir uns eben selbst welches‘


Fotos: Birgit Leiß

„Bleibt das jetzt immer so?“, wollten mehrere Passant*innen wissen. Angesichts des Mangels an Grün im Kiez hätten das viele Anwohner*innen gut gefunden. Doch die rund 50 Pflanzkisten auf sieben Standwagen, die vor der Rixdorfer Schule standen, waren nur für ein Wochenende aufgebaut. Seine Premiere hatte der Straßengarten beim Kiezfest am 15. September. Viele Besucher*innen kamen für einen Tee vorbei, setzen sich zwischen die bepflanzten Holzboxen und unterhielten sich.

Samenbomben und Smoothie-Fahrrad


Am darauffolgenden Sonntag waren alle zum Spielen, Basteln und Mitmachen in den mobilen Straßengarten geladen. So konnte man beispielsweise aus Lehm, Wasser und verschiedenen Samenbomben basteln. Das Kneten der Samenbomben machte vor allem Kindern Spaß, aber auch einige Erwachsene machten mit. Man kann sie verschenken, auf dem Balkon einpflanzen oder einfach auf im öffentlichen Raum verteilen – natürlich nur dort, wo es Chancen auf ein Anwachsen gibt, etwa auf einer Baumscheibe. Für Aufmerksamkeit sorgte auch das Smoothie-Rad. Draufsetzen, losstrampeln – und schon hatte man sich nach einigen Minuten selber einen leckeren Beeren-Shakes gemixt. Für Till Rosemann vom Projekt „Grüner Donaukiez“ war der Straßengarten als grüner Begegnungsort ein voller Erfolg: „Beim Kiezfest wurde er von den meisten genutzt, um sich einfach in die Sonne zu setzen, am Sonntag kamen dann viele vorbei, um sich über den Kiez auszutauschen.“

Mehr Grün in den Donaukiez


Natürlich wollten auch viele wissen, was es mit dem Projekt auf sich hat. Die Pflanzkisten wurden in mehreren Workshops zusammen mit Kitas, Schulen und Anwohner*innen gebaut und bepflanzt. Es geht darum, den Kiez etwas grüner und schöner zu machen und Orte für nachbarschaftliche Begegnungen zu schaffen. Der mobile Straßengarten ist natürlich keine Eintagsfliege, sondern wird nachhaltig für mehr Aufenthaltsqualität sorgen. Zwar gehen die Pflanzkisten nun erst einmal in die Winterpause. Doch geplant ist, dass die Pflanzkästen dorthin wandern, wo sie im Quartier gebraucht werden. Das können Schulen, Hinterhöfe oder auch Kiezfeste sein. Die Einzelheiten wollen alle Akteure beim nächsten Grünen Tisch besprechen.

Der Straßengarten ist Teil des Projekts „Stadtteilgrün und Umweltgerechtigkeit im Donaukiez“, das im Rahmen des Programms Soziale Stadt über das Quartiersmanagement Donaustraße-Nord gefördert wird.