Neue Ideen für den Donaukiez - Soziales Lernen, Nachbarschaftstreff und Medienpädagogik

Der Quartiersrat hat am 14. März drei neue Projektideen besprochen und am IHEK noch einige Stellschrauben justiert.


Foto: Jens Sethmann

Zu Beginn seiner Sitzung hat der Quartiersrat die Arbeiterwohlfahrt (AWO Berlin Südost) als neues Mitglied aufgenommen. Die AWO betreibt im Donaukiez den Hort „Sonnenkids“ und die Schulstation an der Theodor-Storm-Grundschule sowie Kitas in Nord-Neukölln. Sie wird im Quartiersrat von Henning Dietz vertreten, der die Lernwerkstatt der Theodor-Storm-Grundschule leitet und sich für die Zusammenarbeit der Schulen und Kitas einsetzt. „Das Ziel ist die bestmögliche Bildungslandschaft“, sagt Henning Dietz. Zur Zeit beherbergt die AWO den Kinderladen Yong, der seine Räume in der Donaustraße 114 nach einem Kellerbrand vorübergehend verlassen muss. „Das ist gelebte Kooperation“, so Dietz.

Drei Projekte in der Vorbereitung

Die Quartiersmanager*innen stellten drei Ideen für künftige Projekte zur Diskussion vor. Mit der ersten Projektidee sollen die sozialen Kompetenzen der Kinder durch „soziales Lernen“ in den Bildungseinrichtungen gestärkt werden. Da der Bedarf nach Übergangsgestaltung zwischen Kita und Grundschule hoch ist, wird „soziales Lernen“ als verknüpfendes Thema eines Übergangsprojekts aufgegriffen. Noch immer ist zu beobachten, dass viele Neuköllner Eltern ihre Kinder zwar in hiesige Kitas bringen, später aber bei Grundschulen außerhalb Neuköllns mit vermeintlich besserem Ruf anmelden. „Mit dem Projekt soziales Lernen kann das Kooperationsnetzwerk gestärkt und dadurch gute Übergänge von Kita zur Grundschule geschaffen werden“, erklärt Quartiersmanagerin Yara Pascale Füssel.

Mit der zweiten Idee könnte in den Räumen des Vereins Sivasli Canlar in der Donaustraße 102 ein Nachbarschaftstreff eingerichtet werden. „Wir wollen ein Treffpunkt für alle sein und in unseren Räumen Platz schaffen für die Zusammenkunft von Nachbarn“, sagt der Vereinsvorsitzende Cemal Boyraz. Gedacht ist an zwei Tage in der Woche, davon einmal nur für Frauen, um die Hemmschwelle zu senken.

Der dritte Vorschlag ist ein Projekt zur Medienpädagogik. „Kinder, aber auch Erwachsene sollen sich kreativ und innovativ mit Medien auseinandersetzen und auch selber produzieren“, erläutert Quartiersmanagerin Ngoc Dinh-Le. In Zusammenarbeit mit den Schulen könnte man eine Schülerschreibwerkstatt und ein Internetcafé für Erwachsene aufbauen. Auf dieser Basis könnte auch die Kiezzeitung „Donauwelle“ künftig erscheinen.

Ob diese drei Projektideen tatsächlich umgesetzt werden – darüber wird der Quartiersrat in seiner nächsten Sitzung am 16. Mai abstimmen.

Feinabstimmung des Handlungskonzepts

Besprochen wurden auch einzelne Details im Entwurf des Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepts (IHEK). So wurde darüber abgestimmt, welchen Stellenwert die lokale soziale Ökonomie im Konzept haben soll und wie sehr man sich künftig um den Ärztemangel kümmern muss. Das IHEK des Donaukiezes ist der Fahrplan für die Arbeit des Quartiersmanagements in den nächsten drei Jahren. Das IHEK muss nun noch vom Bezirksamt beschlossen und von der Senatsverwaltung bestätigt werden. Im Sommer kann es dann in Kraft treten.

Untersuchung über Sicherheitsgefühl

Zu Gast war Michael Hahne von der Technischen Universität Berlin. Sein Forschungsprojekt SiQua („Sicherheitsanalysen und -vernetzung für Stadtquartiere im Wandel“) geht der Frage nach, wie sicher sich die Menschen in ihrer Wohngegend fühlen. Nach einer kurzen Diskussion über dunkle Ecken sowie zu wenig Sichtbarkeit von Polizei und Ordnungsamt konnte Michael Hahne einige Anwohner*innen für vertiefende Einzelinterviews gewinnen.

Webredaktion