Sommer, Sonne und Reis mit Hühnchen beim zweiten Hinterhofdinner

Im größten Innenhof im Kiez fand am 28. Juni das 2. Hinterhofdinner statt


Fotos: Birgit Leiß

Vor dem Wohnblock in der Donaustraße 17-21 wehten an diesem Freitagabend bunte Fahnen. Auch der Innenhof war mit den phantasievoll bedruckten Fahnen geschmückt. „Das sieht total schön aus, wer hat die gemacht?" wollte ein Mieter wissen. "Kita- und Schulkinder haben sie in unserer mobilen Fahnendruckerei bedruckt", sagte Sascha Henken vom Kollektiv Plus X, das zusammen mit dem Quartiersmanagement Donaustraße-Nord zum Dinner eingeladen hatte. Das Team hatte auch das leckere Essen vorbereitet und eine lange, schön gedeckte Tafel aufgebaut.  

Wenig nachbarschaftliche Kontakte

„Wir wollen Nachbarn zusammenbringen und wie könnte man das besser als über das gemeinsame Essen“, erklärte Quartiersmanagerin Belgin Kauth zur Idee des Hinterhofdinners. Der Kontakt zu einem der Bewohner war bei der Veranstaltung „Lebendiger Adventskalender“ im Quartiersbüro zustande gekommen. Der Mieter erzählt, dass sich die Nachbar*innen kaum untereinander kennen - obwohl der große, grüne Innenhof samt Spielplatz und Wiese ideale Voraussetzungen für nachbarschaftliche Begegnungen bieten. „Die Familien nutzen ihn viel, aber meist bleiben die sie allein unter sich“, bedauert auch eine Anwohnerin.

Steigende Mieten ist Gesprächsthema Nummer Eins

Auf dem mobilen Küchenwagen von Kollektiv Plus X standen große Töpfe, Schüsseln und ein Wasserkrug bereit. Es gab Reis mit Hühnchen und Chorizo, Nudelsalat, vegetarische Bolognese und Bulgursalat. An der Tafel drehte sich das Gespräch schon bald um das leidige Thema steigende Mieten. Auch in dem ehemaligen Sozialen Wohnungsbau klettern die Mieten unaufhörlich. Über den Brand zu Sylvester, der eine Wohnung im Haus schwer beschädigt hat, wurde ebenfalls gesprochen. Bis heute konnte die betroffene Familie immer noch nicht zurück in ihre Wohnung.

Die Idee kam gut an

Nach und nach gesellten sich andere Bewohner aus dem Haus dazu, junge Menschen ebenso wie Familien und Großmütter. Einige hatten noch nie vom Quartiersmanagement gehört und wollten wissen, welche Aufgaben es hat. Die Kinder vergnügten sich derweil mit Malbüchern, Kegeln und anderen Spielsachen, die Kollektiv Plus X und das Team vom Quartiersmanagement mitgebracht hatte. Allerdings wurde die Tafel nicht so voll wie beim letzten Dinner in der Donaustraße 130, was möglicherweise auch an der Urlaubszeit lag. Viele sagten, dass sie die Idee schön fanden und das Hinterhofdinner wiederholt werden sollte – dann vielleicht auch mal außerhalb der Urlaubszeit.

Hinterhofdinner zum Dritten

Für Ende Juli ist ein drittes Hinterhofdinner geplant. Die Aktionen finden im Rahmen des Projekts „Aufsuchende Nachbarschaftsarbeit im Donaukiez“ statt und werden gefördert über das Programm Soziale Stadt. Träger des Projekts ist das Kollektiv Plus X.