Mit Mops, Möhrenkuchen und Gemütlichkeit zum Hinterhofdinner

Mit guter Stimmung und leckerem Essen Nachbar*innen in der Weichselstraße kennenlernen


Fotos: QM Donaustraße-Nord

Zum dritten Hinterhofdinner am Sonntag, 21.07.2019 spielte der Sommer wieder mit. Der große Innenhof in der Weichselstraße 7 wurde an dem Abend mit farbenfrohen Fahnen geschmückt. Das Nomadische Kulturzentrum baute die lange Tafel auf und verzierte sie mit bunten Blumen. Nach und nach kamen auch die Nachbar*innen und brachten ihre selbstgemachten Salate, Bouletten und Brote mit.

Mit saftigem Möhrenkuchen ins Gespräch kommen

Linda, eine Hausbewohnerin, hatte einige Tage zuvor persönlich alle Nachbar*innen zu dem Dinner eingeladen. Obwohl die Reaktionen anfangs etwas verhalten waren, kamen beim Dinner noch einige Bewohner*innen nach, sodass die große Tafel schnell bis auf den letzten Platz besetzt war. Mops Frida war mit ihrer Besitzerin beim Dinner anwesend und zauberte mit ihrer fröhlichen und offenen Art den Anwesenden ein Lächeln aufs Gesicht. Auch an leckeren Nachtisch wurde gedacht. So hat eine Anwohnerin nach ihrer Spätschicht für das Hinterhofdinner extra einen Möhrenkuchen gebacken. Bei gutem Essen und erfrischender Zitronen-Ingwer-Limo kamen die Nachbar*innen miteinander schnell ins Gespräch.

Alt- und Neueingesessene essen gemeinsam

Einige Hausbewohner*innen wohnen bereits seit über 40 Jahren in der Weichselstraße 7, so auch eine 80-jährige Rentnerin, die von ihrer hellen Wohnung in der vierten Etage schwärmt. Jeden Tag läuft sie die 86 Treppenstufen hinauf in ihre Wohnung und hält sich damit fit. Auch ihr Sohn, der handwerklich begabt ist, wohnt in einer Nebenwohnung auf der gleichen Etage wie sie. „Ich habe in meiner Wohnung und in dem Haus schon einiges selbst repariert“, erzählte er. Ein Bewohner, der frisch eingezogen war, hatte von dem Hinterhofdinner gehört und es gleich seinem Besuch erzählt. Sie brachte spontan aus Frankreich ein frisches Maisbrot mit und war von der Idee gemeinsam mit Nachbar*innen zu essen begeistert: „Ein schöner Start für meinen ersten Besuch in Berlin“, schwärmte sie.

Während dem Abendessen, wurde erzählt, dass man sich früher viel öfters gesehen und miteinander gesprochen hatte. Auch ein gemeinsames Beisammensein mit Essen auf dem Hof gab es damals. „Jetzt sieht man kaum noch die Nachbarn“, meinte ein Hausbewohner.

Dank des Hinterhofdinners, wurde der Kontakt zwischen den Nachbar*innen an dem Abend enger geschnürt und Einladungen ausgesprochen sich mal zu besuchen: „Wir machen demnächst mal eine Balkonparty bei mir“, sagte eine Rentnerin lächelnd zu ihren Nachbarn. Am Ende waren sich alle einig: so ein gemütliches Hinterhofdinner sollte viel öfters veranstaltet werden.