Von und mit Nachbar*innen: Opferfest im Jugendstadtteilladen

Am Nachmittag des 14. August waren alle Bewohner*innen in die Hobrechtstraße 83 zum Opferfest eingeladen


Fatme Hajjaj, Anwohnerin aus der Donaustraße, hatte schon seit 10 Uhr in der kleinen Küche des Jugendstadtteilladens gestanden, um all die orientalischen Köstlichkeiten zuzubereiten: Gemüsereis mit Hähnchenkeulen, Hammelfleisch, gedünstetes Gemüse, verschiedene Salate und Kurkuma-Joghurt. Fast die gesamte Familie Hajjaj hatte beim Einkaufen, Schnippeln und Kochen mitgeholfen. Pünktlich um 15 Uhr wurde dann auf der langen Tafel aufgetischt und als kurz nach 16 Uhr noch ein ganzer Schwung von Frauen und Kinder aus der Rixdorfer Schule kamen, waren einige Platten schon fast leer. Die Kinder tobten umher, während sich die Frauen unterhielten. Auch einige Stadtteilmütter waren dabei.

Ein Familienfest ähnlich wie Weihnachten

Fatme Hajjaj, die auch schon für das Zuckerfest am 6. Juni im Quartiersbüro gekocht hatte, erzählt, dass das Opferfest für Muslime so etwas Ähnliches wie Weihnachten ist – natürlich ohne Tannenbaum. Man kommt zusammen in der Familie, beschenkt sich gegenseitig, geht in die Moschee und isst zusammen. Viele lassen ein Schaf schlachten und verschenken einen Teil davon an ärmere Menschen. Das Opferfest geht zurück auf eine Erzählung, die sich sowohl im Koran wie auch in der Bibel findet: Gott stellt den Propheten Ibrahim (Abraham) auf die Probe und verlangt von ihm, seinen eigenen Sohn Ismael (Isaak) zu opfern. In letzter Minute hält er ihn zurück.  Aus Dankbarkeit opfert Ibrahim daraufhin einen Widder. Das Opferfest wird zum Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Mekka gefeiert und erinnert die Gläubigen daran, dass sie Gott vertrauen dürfen.

Der Kauf der Lebensmittel wurde durch den Aktionsfonds des Quartiersmanagement Donaustraße-Nord gefördert.