Dunan, der Dickkopf

Dunan macht seit einigen Jahren die Dächer der Karl-Marx-Straße unsicher. Einsperren lässt er sich nicht

Foto: privat

Dass der dunkelgraue Kater Freigänger ist, war eigentlich gar nicht geplant – schließlich wohnt er an einer Straße mit sehr viel Verkehr. Doch ein paar Monate, nachdem er eingezogen war, hat eines der Kinder aus Versehen die Terrassentür offen stehen lassen und schon war er weg, erzählt seine Besitzerin Burcu. Ab dann wollte er nicht mehr zu Hause bleiben. Er hört einfach nicht auf zu miauen, wenn er nicht raus darf. Erst gegen 23 Uhr kommt er von seinen Streifzügen zurück und lässt sich dann auch gerne von Frauchen kraulen. Doch um 6 Uhr morgens will er wieder auf die Piste. Nur in der kalten Jahreszeit kommt er etwas früher nach Hause.

Von der Türkei in die Karl-Marx-Straße

Dunan (auf türkisch Rauch) ist ein British Kurzhaar und wurde im Internet angeboten. Seine Vorbesitzer hatten ihn aus der Türkei mitgebracht, konnten ihn dann aber wegen einer Allergie nicht behalten. 2018 zog er zu Burcu und ihrer Familie in die Karl-Marx-Straße. „Ich bin mit drei Katzen groß geworden und wollte, dass auch meine Kinder mit einem Haustier aufwachsen“, erklärt die Mutter von drei Kindern, die auch Mitglied im Quartiersrat im Donaukiez ist. Der Kater sei ihr viertes Kind, sagt sie lachend. Seit 2011 wohnt sie in der Karl-Marx-Straße und fühlt sich sehr wohl hier. „Wir haben hier eine sehr gute Nachbarschaft.“

Ein Mäuschen als Mitbringsel

Der Aktionsradius des kastrierten Katers ist relativ klein. Er bleibt nur im Hof und klettert über die Dächer. Ab und zu bringt er seiner Familie eine Maus oder ein Vögelchen mit. Von Fremden lässt er sich nicht streicheln, da ist der Vierjährige eher zurückhaltend. Trotzdem hat Burcu manchmal große Angst, dass ihrem Liebling etwas passieren könnte. „Aber was soll ich machen, ich kann ihn doch nicht einsperren. Er ist eben ein Dickkopf.“ Sie ist sich sicher: "Nur zu Hause, das wäre kein Leben für ihn. Er würde sich langweilen.“Nur wenn die Familie verreist, muss Dunan eine Zeitlang auf seine Freiheit verzichten: „Meine Eltern passen dann auf ihn auf, aber ihn täglich rein- und rauszulassen, schaffen sie zeitlich nicht“; erklärt Burcu. Eine Katzenklappe will die Hausverwaltung nicht erlauben.