Ein Fest von der Nachbarschaft für die Nachbarschaft

Das Kiezfest am 11. Juli lockte trotz kräftiger Regenschauer Klein und Groß auf die autofreie Donaustraße.

Fotos: Birgit Leiß / Webredaktion

Pünktlich zur Eröffnung um 14 Uhr ging ein heftiger Regenguss nieder, dazu Windböen „Wir sind schon ein wenig nervös, ob alles ins Wasser fällt“, bekannte Juliane Meißner vom Kulturlabor Trial & Error. Der Träger des Projekts „Lebendiger Donaukiez“ hatte das Fest zusammen mit dem Quartiersmanagement und vielen Patner:innen organisiert. Doch zum Glück blieb es dann bis kurz vor Ende trocken. „Umgeben von Wolken, Sonne im Herzen“, beschrieb Sabine von Trial & Error die Stimmung in der „schönsten Straße Berlins.“

Gute Gespräche, leckeres Essen

Als Stadtrat für Umwelt freue ihn jeder Regentropfen, meinte Jochen Biedermann auf der Bühne. Sorgen mache ihm aber nicht nur der Klimawandel, sondern auch, dass Konflikte auf der Welt zunehmend wieder gewalttätig ausgetragen werden. „Hier können wir zeigen, wie man friedlich und gut zusammenkommt“. Es sei wichtiger denn je, miteinander ins Gespräch zu kommen. „Ich besuche das Donaukiezfest immer wieder gern und freue mich auf gute Gespräche“, sagte Neuköllns Stadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Quartiersmanagerin Ngoc Dinh-Le. bedankte sich ausdrücklich bei allen Akteuren: der Rixdorfer Schule, die zeitgleich ihr Sommerfest feierte, dem Bezirksamt, Trial & Error und all den anderen Teilnehmenden.

Smoothie-Bike und Farbschleuder

Zwischen Pannier- und Weichselstraße war an diesem Freitag einiges geboten. Da dieser Abschnitt für den Verkehr gesperrt war, konnten die Kinder nach Herzenslust auf der Straße spielen oder aber mit der Farbschleuder von Trial & Error bunte Kleckse auf Pappteller malen. Einige Jugendliche spielten Federball, andere lockte das Smoothie-Bike vom Verein Restlos Glücklich, dem Träger des QM-Projekts „Unsere Küche im Donaukiez.“ Ein paar Minuten in die Pedale treten – und schon hatte man sich einen leckeren Smoothie erstrampelt. „Das machen wir zu Hause jetzt auch so“, meinte ein Vater zu seinem Sprössling. Viele Initiativen und Einrichtungen aus dem Kiez waren vertreten, verkauften Trödel, boten selbstgebackenen Kuchen an oder hatten sich ein kleines Quiz ausgedacht. Darunter waren das Ernst-Abbe-Gymnasium, die Kirchengemeinde Martin-Luther-Genezareth, die Stadtteilmütter Neukölln und viele mehr. Wer einen chinesischen Gong hörte, näherte sich dem Stand der Kiezakademie, wo man eine Akku-Schrauber-Challenge absolvieren konnte. Direkt daneben bildeten sich Schlangen beim Waffelbäcker und gegenüber sammelte die Kiezzeitung Donauwelle Vorschläge für die nächste Ausgabe. Eine Familie aus der Anwohnerschaft hatte arabische Spezialitäten zubereitet. Gleich drei Generationen halfen beim Verkauf.

Ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm

Trotz des wenig sommerlichen Wetters war das Kiezfest gut besucht und alle hatten sichtlich ihren Spaß, ob beim Plausch mit Nachbar:innen oder vor der Bühne, wo zuerst orientalische Klänge und später Balkan-Beats für Stimmung sorgten.

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