Auf dem Weg zu neuen Veranstaltungen und Aktionen im Kiez

Die Quartiersräte planen auf ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen für das Jahr und überlegen, wie es mit dem Format des Quartiersrates weitergehen kann.

alle Fotos: Schuster

Schon jetzt befindet sich der Donaukiez im Übergang. Dieser Prozess lässt sich nicht zuletzt auch in der Arbeit in einigen Projekten ablesen. Quartiersmanagerin Marie Köhler informierte auf der Quartiersratssitzung am 26. Februar kurz über deren Stand. So ist zum Beispiel das Projekt zur Gewaltprävention an der Rixdorfer Grundschule gut angelaufen. Von Beginn an wurde auch der Träger der Schulsozialarbeit eingebunden. „Es nützt uns nichts, wenn es ein schönes Projekt ist, aber die Leute, die es durchführen, dann irgendwann weg sind“, erklärte die Leiterin der Grundschule. Ein weiteres Projekt ist die Verbesserung der Ausstattung des Nachbarschaftstreffs Sivasli Canlar. Die dortigen Räume, die auch nach dem Ende des QMs im Gebiet bleiben und von der Nachbarschaft genutzt werden sollen, sollen vor allem für Jugendliche attraktiver werden. Darüber hinaus ist als weiteres Projekt auch wieder das Kiezfest, das das Kulturlabor Trial & Error organisiert, in Planung. „Den 19. Juni sollte man sich schon mal im Kalender notieren!“, sagte Marie Köhler, das sei der voraussichtliche Termin. Zuvor findet Mitte April die Eröffnung des Kiezgartens statt, die von einem Frühlingsfest begleitet wird.

Machbarschaften & blaue Krake

Die ehrenamtlichen Freiwilligen-Projekte gewinnen inzwischen an Fahrt. So werden im April zum zweiten Mal die Machbarschaften stattfinden. Schon auf dem ersten Treffen waren sehr viele Leute zusammengekommen, die sich austauschen und unterstützen wollen. Wie der Name Machbarschaften sagt, geht es darum, in den Nachbarschaften ins Machen zu kommen. Des Weiteren wächst die Initiative gegen die Vermüllung des Donaukiezes und führt nun jeden letzten Sonntag im Monat ein Clean-Up durch. Ein Maskottchen zur Wiedererkennung ist auch schon gekürt. Wer eine vielarmige blaue Krake mit Eimer und Besen sieht: dahinter stecken die Freiwilligen mit ihren Putzwerkzeugen! Am 16. April schreitet außerdem das Team der Mobilen Stadtteilarbeit zu einer besonderen Tat, denn ein großer Donaukiez-Putz steht auf dem Plan. Zusätzlich ist durch das Ini-Bündnis „Nord-Neukölln müllfrei“ aus dem Reuterkiez ein Einwohner:innenantrag in der Bezirksverordnetenversammlung, die Müllproblematik in größerem Rahmen anzugehen, in Arbeit. Dafür werden Unterschriften gesammelt. Die Initiative zur Verkehrsberuhigung des Donaukiezes sucht ebenfalls per Unterschriftenliste noch Unterstützung für ihr Anliegen.

Kiezspaziergang & Ausstellung

Im weiteren Verlauf des Abends diskutierten die Räte in kleinen Arbeitsgruppen, wie die auf der letzten Quartiersratssitzung im Dezember herausgearbeiteten inhaltlichen Bedarfe konkret in Formate umgesetzt werden können. Zum einen ging es dabeium Veranstaltungs-Formate: Es kristallisierten sich 5 Veranstaltungsformen heraus, die favorisiert wurden, um dem sozialen Zusammenhalt des Kiezes zu dienen – langfristig oder temporär. Neben einem jährlichen Kiezfest, bei dem sich die Leute kennenlernen können, wurden Kiezspaziergänge genannt, auf denen der öffentliche Raum in allen Facetten erkundet wird. Auch ein Medienprojekt, um mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen, sowie eine Kunstausstellung schlugen die Räte vor.

Wie weiter mit dem Quartiersrat?

Zum anderen ging es um Austauschformate als Alternative zum Quartiersrat. Da das QM Ende 2027 beendet wird, fällt schon jetzt die offizielle Aufgabe des Quartiersrates (das Abstimmen über Gelder und Projekte) weg. Das QM-Team möchte mit dem Quartiersrat Alternativformate entwickeln und schauen, ob das Gremium bestehen bleiben kann. Die Idee eines regelmäßigen Stammtisches zum Beispiel traf auf breite Resonanz. „Wobei der Stammtisch in seiner Ausrichtung ruhig zweigleisig fahren kann“, meinte ein Teilnehmer. „Es soll ein niedrigschwelliges Angebot sein mit ‚Kiezwärme‘ - und wer initiativ werden will, kann loslegen.“ Themen entwickelten sich bekanntlich, wenn man sich träfe. Während den angeregten Diskussionen wurde teilweise auch klar, dass die bisherigen starken Partner wie zum Beispiel die Schulen mit ihren Vertretern eher nicht mehr an informellen Stammtischen teilnehmen werden, weil ihre Arbeitsbelastung zu hoch ist. Der Appell der Quartiersmanagerinnen zum Schluss der Veranstaltung war aber eindeutig: „Kommen Sie mit Ihren Ideen auf uns zu, wir unterstützen Sie! Wir sind noch zwei Jahre da!“

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