Gemeinsam das Fasten brechen – Interkulturelles Iftar im Donaukiez

Am frühen Abend des 9. März strömten kurz vor Sonnenuntergang viele Menschen in den großen Raum des Quartiersmanagementbüros. Ein Nachbar hatte zum gemeinsamen Fastenbrechen eingeladen.

alle Fotos: Schuster

Unabhängig von der Glaubensrichtung und davon, ob man fastet oder nicht, war jede:r an diesem Abend willkommen, um einen interkulturellen Iftar zu feiern. Iftar kommt aus dem Arabischen und bedeutet Fastenbrechen. Die Eingeladenen, darunter viele Familien, ließen sich an den Tischen nieder, und es bildeten sich kleine Grüppchen. Die Meisten kannten sich untereinander, man plauderte noch etwas und freute sich auf das gemeinsame Essen, das nach Sonnenuntergang beginnen sollte.

Kurz nach 18 Uhr wurde das geschmückte, reichhaltige Büfett eröffnet – der gelöste festliche Teil des Abends war eingeläutet. Auf großen Platten warteten appetitlich angerichtete nahöstliche Köstlichkeiten wie Huhn oder Lamm mit Reis und Mandeln darauf, den Gaumen zu verwöhnen. Frische Salate, eine leckere Linsensuppe und gefüllte Teigtaschen rundeten die kulinarischen Geschmacksrichtungen ab. Wer wollte, konnte mit süßem Backwerk sowie Kaffee und Tee das Festmahl beschließen.

Ein Geben und Nehmen

„Jeden Abend lädt man im Ramadan Freunde und Verwandte ein, trifft sich in Gemeinschaft und begeht das Fastenbrechen“, erklärte Mustafa Tawil, einer der Gäste, das Zusammenkommen. „Es ist ein gemeinschaftliches Geben und Nehmen.“ In der letzten Woche habe er sich zum Beispiel mit einer ganz gemischten Schar von Freunden getroffen. „Wir waren Türken, Iraner, Araber, das macht keinen Unterschied“, berichtete er. „Hauptsache Mensch!“ Und beschrieb anschaulich den Grund für die angeregt freudige Stimmung an diesem Abend im Quartiersmanagemnt: „Es ist immer so eine Nähe da, auch wenn man sich nicht direkt kennt.“

Mustafa Tawils Vater, Mohamad Tawil, war der Gastgeber des Abends und als Einladender in die Bewirtung seiner Gäste eingebunden. Er begrüßte die zahlreichen Ankommenden, darunter Freunde, Verwandte, Anwohnende und Geschäftspartner, plauderte mit ihnen und verteilte die Speisen. Auf die Frage, ob es auch ihm schmecke, meinte er sichtlich amüsiert: „Wenn man seit 5 Uhr morgens gefastet hat, schmeckt alles...!“ Aber abgesehen davon, sei das Essen heute auch sehr lecker. Mohamad Tawil gehört als Gewerbetreibender zum Donaukiez und hatte die schöne Idee zu diesem interkulturellen Abend. Über den Aktionsfonds des Quartiersmanagements wurde die Zusammenkunft gefördert.

Aktionsfonds-Idee findet großen Anklang

Tinka, die als ein Mitglied der Aktionsfonds-Jury das nachbarschaftliche Event befürwortet hatte, war zusammen mit einer Freundin ebenfalls unter den vielen Gästen. Sie selbst fastet nicht, outete sich aber als absoluter Curryreis-Fan, von daher wäre das Essen ganz nach ihrem Geschmack. „Ich finde es großartig, dass die Aktionsfonds-Idee solchen Anklang gefunden hat“, sagte sie. Auch Quartiersmanagerin Marie Köhler freute sich über den gelungenen Gemeinschaftsabend, an dem über 40 Besucherinnen und Besucher zusammen kamen, und bedankte sich bei allen für ihr Kommen. „Das können wir gerne öfter machen!“, meinte sie. 

Im Jahr 2026 hat für Muslime weltweit am 18. Februar der Fastenmonat Ramadan angefangen. Er dauert 30 Tage und endet am Abend des 19. März mit dem Zuckerfest. Im Ramadan spielt das tägliche Fasten eine wichtige Rolle. Gläubige Muslime verzichten während dieser Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Rauchen. Da sich der Zeitpunkt des Iftars nach dem Stand der Sonne richtet, fällt der Beginn lokal unterschiedlich aus. Der Ramadan ist geprägt von innerer Einkehr, Besinnung und einem starken Gemeinschaftsgefühl.

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