Partystimmung in der Hitze der Weichselstraße

Bei strahlend blauem Himmel feierte der Donaukiez am 19. Juni ein tolles Fest mit heißen Rhythmen und kühlen Erfrischungen.

Foto: Schuster

Foto: Sethmann

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Foto: QM Donaustraße-Nord

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In diesem Jahr fand das Kiezfest nicht in der Donaustraße statt, sondern in der Weichselstraße. Der 100 Meter lange Abschnitt zwischen Donaustraße und Sonnenallee wurde am Freitagnachmittag für fünf Stunden zur Festmeile.

Juliane Meißner und ihr Team vom Kulturlabor Trial & Error haben im Auftrag des Quartiersmanagements Donaustraße-Nord ein volles Programm auf die Beine gestellt – sowohl auf der Bühne als auch an den vielen Ständen. „Im Donaukiez ist die Mischung bunt!“ sagte die Moderatorin Ruta Vimba zur Eröffnung. Zusammen mit Quartiersmanagerin Nesrin Demir begrüßte sie die Gäste auf Deutsch und Türkisch. Zwei spontan befragte Schülerinnen wünschten auch auf Arabisch und Englisch viel Spaß auf dem Kiezfest.

Treibende Trommeln, entspannter Swing

Auf der bunt dekorierten Bühne machten die Rixdorfer Schule mit Chor, Tanz- und Trommelgruppen sowie die Theodor-Storm-Grundschule mit ihren Tanzensembles den umjubelten Anfang. Die Gebrüder Luftdruck spielten anschließend eine entspannte Downtempo-Jam-Session, zu der man gut im Liegestuhl chillen oder aber sich von den Klängen durch die fröhliche Menschenmenge treiben lassen konnte. Auf der Bühne folgten der Refugio-Chor sowie Musiker des Vereins Sivasli Canlar mit türkischer Folklore. 

Später animierte eine Bühnen-Performance zweier Ensemble-Mitglieder des Jungen Tanzhauses das Publikum zum Mitmachen. Über die akrobatischen Bewegungen der beiden Breakdancer staunte einer der kleinen Zuschauer mit offenem Mund: „Boah, wie machen die das?“ Gegen Abend hin forderte das Katz Blöffmann Project zum Swing-Tanzen auf. Wer da unter den Umstehenden schon vorher rhythmisch mit den Beinen mitgewippt hatte, ließ sich nicht zweimal bitten.

Abkühlung und Leckereien

Bei Temperaturen über 30 Grad schlenderten Groß und Klein über das Fest und freuten sich über jeden schattenspendenden Straßenbaum. Manch einer ließ sich auch einfach am Straßenrand nieder und betrachtete das bunte Treiben. Für Kinder gab es zur Abkühlung einen Wasserspielplatz, wo sie mit Begeisterung durch die kleinen Planschbecken patschen und herumspritzen konnten. Schwitzende Erwachsene standen neidisch daneben. 

Aber man bekam auch kühle Getränke und andere Erfrischungen sowie Kuchen, Waffeln, Crêpes, Pizza, Falafel, Popcorn und vieles mehr an diversen Ständen von Anwohnenden und Gewerbetreibenden aus dem Kiez. An Flohmarktständen haben einige Nachbarinnen vor allem Kindersachen verkauft: vom Bilderbuch über Rollschuhe bis zu Dinosaurier-Figuren.

Bewegung und Kreativität

Wer sich trotz der Wärme körperlich betätigen wollte, konnte auf der Straße Federball spielen, sich am Stand der Kiezakademie einer Akkuschrauber-Challenge stellen oder beim Cabuwazi-Mitmachzirkus das Jonglieren lernen und mit Hüftschwung den Hula-Hoop-Reifen kreisen lassen. Etwas weniger schweißtreibend war das Entenangeln der Theodor-Storm-Grundschule. An den Backgammon-Brettern von Sivasli Canlar strahlten die Spieler eine geradezu meditative Ruhe aus. Die Stadtbibliothek hatte zusammen mit den Stadtteilmüttern ein mehrsprachiges Märchenzelt aufgebaut, in dem man sich in ferne Fantasiewelten entführen lassen konnte.

Die Kreativität kam nicht zu kurz. Man konnte töpfern und sich im Linoldruck ausprobieren, beim Kleidertausch von Trial & Error Schlüsselanhänger basteln, bei der Redaktion der Donauwelle ein eigenes Plakat entwerfen oder mit der Buttonmaschine vom mobilen Stadtteilzentrum selbst bunte Anstecknadeln gestalten. Das beliebte Kinderschminken durfte nicht fehlen, und bei den Stadtteilmüttern könnte man sich den Handrücken oder den Arm mit Henna-Mustern bemalen lassen. Zu bestaunen war auch eine vier Meter hohe Puppe, die sich langsam durch die Weichselstraße bewegte und Riesenseifenblasen in die schattigen Höhen aufsteigen ließ.

Infos mit Spiel und Spaß

Natürlich präsentierten sich auch Initiativen und Vereine aus dem Kiez. So hat die Sauberkeitsinitiative „Donaukrake“ zusammen mit dem Netzwerk „Null Müll Neukölln“ ein Müllquiz veranstaltet, die Evangelische Kirchengemeinde Nord-Neukölln verkaufte Marmelade für einen guten Zweck, die Union für Obdachlosenrechte lud zum Dosenwerfen ein und nicht zuletzt informierte das Quartiersmanagement über alle Aktivitäten im Donaukiez und über die vielen Möglichkeiten, sich vor Ort zu engagieren.

Das Kiezfest 2026 war sehr gut besucht und es herrschte trotz der Hitze eine tolle Stimmung. Viele Anwohnende waren gekommen, man kannte sich und oft hielt man an für einen spontanen kleinen Plausch, während der Nachwuchs schon wieder quengelte: „Ich will nochmal zum Planschen!“ 

Für das Quartiersmanagement war das Fest ein großer Erfolg, auch dank der aufwändigen Organisationsarbeit von Trial & Error. „Wir sind sehr glücklich“, brachte es Quartiersmanagerin Marie Köhler auf den Punkt.

Webredaktion