Selbsterfahrung beim Zeichnen

Mit einem Workshop zum „Mindful Drawing“ (achtsames Zeichnen) startete das Projekt "Lebendiger Donaukiez" in das neue Jahr.

Foto: Jens Sethmann

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Am 27. Februar kamen im Quartiersbüro acht Erwachsene und drei Kinder zum gemeinsamen Zeichnen zusammen. Unter dem Titel „Mindful Drawing“ wollten sich die Teilnehmenden in entspannter Atmosphäre durch bewusstes, meditatives Zeichen in Achtsamkeit üben. „Ich kann mich nicht sehr gut beruhigen, deshalb interessiert mich das“, sagte eine Teilnehmerin. Eine andere erzählte: „Ich liebe es, einfach so zu malen.“

Keine Scheu vor dem weißen Blatt

Einfach so loszeichnen, ohne auf ein bestimmtes Ergebnis abzuzielen – das war die Devise dieses Nachmittags. „Wir wollen uns von der Hand leiten lassen“, erklärte Sabine von Kulturlabor Trial & Error, die den Workshop anleitete. Die erste Übung war es, einfach nur Kreise zu zeichnen – eine simple Form, die man ohne Überlegung in verschiedenen Größen und Anordungen aufs Papier bringen kann. „Das ist eine Übung, um die Scheu vor dem weißen Blatt zu verlieren und um sich ein bisschen zu beobachten“, erläutert Sabine.

Nach den Kreisen gab jeder sein Blatt an den Nachbarn weiter, der dann in der nächsten Runde Achten dazuzeichnete. So ging es weiter mit Rechtecken, Dreiecken, Rauten, Sternen, Punkten und Strichen. Am Ende kamen acht recht unterschiedliche Gemeinschaftszeichnungen heraus, an denen alle ein Stückchen mitgearbeitet haben.

Zeichnen, was die Hand will

In der zweiten Übung ging es darum, bei meditativer Musik ohne Formenvorgabe loszuzeichnen, „was die Hand will“, so die Kursleiterin. „Nicht nachdenken. Die Hand darf dich überrraschen.“ Viele kennen das von den Kritzeleien, die man gedankenverloren beim Telefonieren macht – und die sich im Nachhinein manchmal als kleine Kunstwerke entpuppen.

Etwas herausfordernder war die dritte Aufgabe: Es galt, die Augen zu schließen und blind zu zeichnen. Die Ergebnisse waren künstlerisch weniger virtuos und es ging auch mancher Strich über den Blattrand auf den Tisch. Aber es ging viel mehr um die Selbsterfahrung, die man beim blinden Zeichnen macht. In der letzten Übung wurde dann ungezwungen etwas Gegenständliches gezeichnet und nebenbei ein bisschen geplaudert.

Auftakt für das zweite Jahr

Das Projekt Lebendiger Donaukiez geht mit dem „Mindful Drawing“-Workshop in sein zweites Jahr. Der Projektträger Trial & Error plant wieder vielfältige Aktionen. Als nächstes findet am 13. März im Kiezgarten vor der Donaustraße 8 ein kostenloser Frühjahrs-Check für Fahrräder statt. Als Höhepunkt gibt es im Sommer wieder ein Kiezfest.

Webredaktion