Das Blaue Haus

In das Haus mit der blauen Fassade in der Donau-/Ecke Weichselstraße ist im Juli neues Leben eingezogen. Was genau passiert hier?

 

Fotos: Hejmo

Fotos: Hejmo e.V.

Neugierige Blicke gebe es oft, erzählt Mine Nang, Direktorin von Hejmo e.V. (ehemals Give Something Back to Berlin). Und das ist auch so gewollt: „Wir freuen uns, wenn Menschen einfach so reinkommen und es sich auf dem Sofa gemütlich machen.“ Die größere Sichtbarkeit sei ein großer Pluspunkt gegenüber den anderen Räumlichkeiten des Vereins im Refugio in der Lenaustraße 4. Außerdem gibt es hier mehr Platz. „Wir sind super glücklich mit der großen Küche, wo die Kochaktionen stattfinden“, erklärt Mine Nang.

Aus Give Something Back to Berlin wurde Hejmo

Doch warum die Umbenennung? Unter dem Namen Give Something Back to Berlin ist der 2013 gegründete Verein über die Grenzen Berlins hinaus bekannt und wurde mehrfach ausgezeichnet. Es ist eine Plattform, wo sich Geflüchtete, Expats, Alteingesessene und eben alle, die sich für eine offene und inklusive Stadtgesellschaft einsetzen wollen, miteinander verbinden. Die Idee ist, Räume für Gemeinschaft und Kreativität zwischen Neu- und Altberliner:innen zu schaffen, indem Veranstaltungen rund um Kunst, Musik, Essen und Sprache organisiert werden. „Abgesehen davon, dass der Name zu lang ist, steht er für eine andere Zeit“, erklärt Mine Nang.Hejmo bedeutet „Zuhause“ in der Sprache Esperanto – und genau das wünscht sich die Community, die im Laufe der Jahre rund um das Projekt entstanden ist. Das Blaue Haus soll ein Ort sein, wo alle willkommen sind, ganz ohne Erwartungen. Talente teilen, sich gegenseitig unterstützen, etwa in Sprachcafés - all das soll es nach wie vor geben, aber man wolle stärker deutlich machen, dass man nicht etwas „zurückgeben“ müsse, sagt Mine Nang.

Gemeinsam kochen, Musik machen oder Deutsch üben

Gleich nach Einzug hatte sich das Blaue Haus, wie das Projekt passenderweise heißt, in der Nachbarschaft mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt. „Wir wollen hier in der Nachbarschaft andocken und uns mit den bestehenden Einrichtungen vernetzen“, so Mine Nang. Der Kalender ist bereits voll. So gibt es jeden Mittwochabend Yoga für Anfänger:innen, Freitagabend trifft sich der Arabische Chor und Donnerstags findet das „Sozialkochen“ statt. Hier wird gemeinsam eingekauft und dann Rezepte aus aller Welt gekocht und gemeinsam verspeist. Neu ist das Müttersprachcafé jeden Freitag von 14 bis 16 Uhr. Hier können Frauen mit Kindern bis 6 Jahren in netter Runde ihre Deutschkenntnisse verbessern und sich untereinander austauschen. Außerdem gibt es Hip-Hop-Workshops, DJ-Sessions, Schlagzeugunterricht und ein Treff für Jungs zwischen 12 und 17 Jahren. Im „KlangHaus“ können die Jungs Musizieren, den Kiez erkunden, aber auch Unterstützung bei den Hausaufgaben bekommen. Und natürlich werden im Blauen Haus auch Feste wie Nowruz oder Geburtstage gefeiert.


Alle Veranstaltungen und Angebote sind kostenlos. Die Räumlichkeiten sind barrierefrei. Für das Müttersprachcafe werden noch Freiwillige gesucht, die bei der Kinderbetreuung helfen möchten.

Webredaktion