Freiwillige vor!
In zwei Jahren endet das Quartiersmanagement (QM) im Donaukiez. Auch der Quartiersrat nimmt die bevorstehende Beendigung mehr und mehr in den Blick. So laufen zwei der aktuellen Projekt jetzt aus: Wasserkiez und Unsere Küche. „Es wird noch ein dreisprachiges Kochbuch mit den Rezepten aus dem Projekt geben“, kündigte Quartiersmanagerin Ngoc Dinh-Le an. Das Projekt Lebendiger Donaukiez soll auf kleinerer Flamme weiterlaufen, um auch 2026 und 2027 noch Kiezfeste feiern zu können.
Roter Teppich für das Ehrenamt
„Es sind nur noch zwei Jahre, das geht richtig schnell“, sagte Quartiersmanagerin Nesrin Demir. „Was machen wir mit der restlichen Zeit und den restlichen Mitteln?“ Mit dem Abschlussplan will das QM die Erfolge der 2009 begonnenen Arbeit dauerhaft absichern. Damit das Engagement der Menschen im Donaukiez nicht versandet, ist im November ein neues Projekt gestartet: „Strukturen des Ehrenamts im Donaukiez stärken“. Es läuft zwei Jahre bis zur QM-Beendigung.
Trägerin des neuen Projekts ist die Arbeiterwohlfahrt (Awo). „Wir wollen es möglichst schaffen, dass alles, was erreicht wurde, bestehen bleiben kann“, erklärte Sarah Hannusch, die das Projekt leitet. Wichtige Fragen sind zum Beispiel: Wie kann man den Quartiersrat als Kiezgremium erhalten? Und wie lässt sich das Quartiersbüro in der Donaustraße 7 nach dem Auszug des QM als Anlaufpunkt im Kiez weiter nutzen? Zunächst steht eine Bedarfsanalyse an. Im März/April sind Austauschtreffen mit Anwohnenden geplant, später sollen vertiefende Workshops folgen. Außerdem wird das Projektteam jeden Donnerstag im QM-Büro ansprechbar sein.
Wertschätzung für das Engagement
Die Awo betreibt das Neuköllner EngagementZentrum (NEZ), ist also mit dem Thema sehr vertraut. „Wir sind die Neuköllner Freiwilligenagentur“, sagte Sarah Hannusch. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich im NEZ persönlich beraten lassen, welche Tätigkeiten zu einem passen – und sich gleich an eine von 191 Einsatzstellen vermitteln lassen.
Das NEZ organisiert auch zusammen mit dem Engagementbeauftragten des Bezirksamts, Philipp Rhein, die jährliche Engagementgala, bei der die Neuköllner Engagementpreise verliehen werden. Der Bezirk verfügt außerdem über das Programm „Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften“ (FEIN). Das ist ein Fördertopf, der dem Aktionsfonds ähnelt, aber den Gebieten ohne QM vorbehalten ist. Ab 2028 könnten Initiativen aus dem Donaukiez FEIN-Mittel bekommen.
Was kann man tun?
Die Mitglieder des Quartiersrat diskutierten dann – gestärkt durch frisch angelieferte Pizza – in drei kleinen Gruppen, was sie im Kiez stört und wie ehrenamtliches Engagement die Probleme abmildern oder lösen könnte. Zu den Ärgernissen gehörten Müll, zu viel Verkehr und fehlende Grünflächen, aber auch Anonymität, Unsicherheitsgefühle, eine Polarisierung der Gesellschaft und zunehmende Aggressivität. Für diese großen Probleme haben die Quartiersratsmitglieder aber auch vielfältige Lösungsideen gesammelt: Man kann die bestehenden Initiativen zur Verkehrsberuhigung und gegen Vermüllung stärken sowie gemeinsam Druck auf die Politik machen, Spielstraßentage organisieren, Kiezputzaktionen auf die Beine stellen, Patenschaften für Grünflächen übernehmen oder einen Balkongestaltungswettbewerb ausrufen – und vor allem die Nachbarinnen und Nachbarn besser kennenlernen.
Zum Abschluss lud Ngoc Dinh-Le noch dazu ein, einen Wunschbaum mit grünen und roten Zetteln zu schmücken. Auf den grünen Zetteln notierten die Teilnehmenden, wofür sie ihren Kiez lieben, auf den roten, was sie sich für ihren Kiez wünschen. In einem Jahr will man sich dann ansehen, wie weit der Donaukiez inzwischen gekommen ist.
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