...weil es Freude macht, den Kiez mitzugestalten

Die Nachbesetzung des Quartiersrats steht an. Gesucht werden Anwohnende, die Interesse haben, sich bei der Quartiersentwicklung zu beteiligen

Foto: Jens Sethmann/Webredaktion

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Foto: Birgit Leiß/Webredaktion

Was kann man in diesem Gremium bewegen? Ist das nur eine Laberbude? „Auf keinen Fall“ findet Claudia Tysiak, Anwohnerin der Weichselstraße und seit kurzem Mitglied im Quartiersrat Donaustrasse Nord. „Man entscheidet mit darüber, was der Kiez braucht und welche Projekte umgesetzt werden.“ Der Erzieherin in Rente macht das sehr viel Freude. Der Zeitaufwand sei überschaubar. Der Quartiersrat trifft sich sechsmal im Jahr an wechselnden Orten im Quartier. Moderiert vom Quartiersmanagement-Team berät das ehrenamtliche Gremium über Projektideen und stimmt am Schluss darüber ab, welche davon umgesetzt werden. Der Quartiersrat entscheidet also gemeinsam mit dem QM und der Verwaltung über die Verwendung der Fördergelder aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist die Mitarbeit am IHEK, dem Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept, einer Art Fahrplan für das Quartier. Manchmal gibt es Zusatztermine, an denen einzelne Mitglieder teilnehmen. So war Claudia Tysiak im Mai bei einem vom Senat organisierten Treffen mit Quartiersräten aus ganz Berlin. „Es war total spannend, zu erfahren, was Spandau oder Wedding so machen,“ berichtet sie.

Mitreden statt nur meckern

Im Quartiersrat sind neben Anwohnenden auch Einrichtungen wie Schulen und Kitas oder lokale Akteure wie beispielsweise die Evangelische Kirchengemeinde oder der Nachbarschaftstreff Sivasli Canlar vertreten. Claudia Tysiak hat 20 Jahre lang in ihrer Funktion als Kitaleiterin im Quartiersrat Rollbergsiedlung mitgearbeitet – sie ist also ein alter Hase. Ihre Erfahrung: im Quartiersrat hat man die Möglichkeit, im Kleinen etwas zu tun, “auch wenn es kleine Schritte sind und vieles nicht von heute auf morgen zu verändern ist,“ wie sie sagt. Schließlich könne man nicht nur meckern, sondern muss sich einbringen, wenn man Verbesserungen will.

Keine staubtrockenen Arbeitssitzungen

Eine Quartiersrätin der ersten Stunde ist Cimen Uzunoğlu. Seit 2009 engagiert sie sich und möchte das auch weiterhin tun. Als Mutter und Migrantin liegen ihr vor allem die Themenbereiche Bildung und Integration am Herzen. „Eine gute Entwicklung an den Schulen, sich mit der Nachbarschaft vernetzen und dabei unterschiedliche Kulturen kennenlernen – dazu möchte ich etwas beitragen.“ Cimen Uzunoğlu, die auch Stadtteilmutter ist, schätzt außerdem, dass sie über ihre Mitarbeit im Quartiersrat immer weiß, was im Kiez los ist: „Man bekommt sehr viele neue Infos“, sagt sie. Die Sitzungen laufen sehr locker ab. Neben dem Diskutieren und Abstimmen bleibt in den Pausen Zeit, um sich zu unterhalten und auszutauschen. Für Getränke und einen kleinen Imbiss sorgt das QM-Team. Mindestens einmal im Jahr wird auch zusammen gefeiert. So fand im letzten Jahr im Garten der Martin-Luther-Genezareth-Gemeinde ein Sommerfest mit Live-Musik statt. „Es ist eine ausgesprochen nette Truppe“, sagt Claudia Tysiak.

Neue Mitglieder gesucht!

Interesse an einer Mitarbeit? Noch bis zum 23. Oktober 2023 kann man sich melden. Einfach das Mitmach-Formular ausfüllen und im QM-Büro einreichen Einzige Voraussetzung: man muss mindestens 16 Jahre alt sein und im Donaukiez wohnen. Die deutsche Staatsbürgerschaft spielt keine Rolle.

Wer mal reinschnuppern möchte, ist herzlich eingeladen zur nächsten offenen Quartiersratssitzung/Sommerfest am 6. September um 19 Uhr im Klunkerkranich, Karl-Marx-Straße 66. (Anmeldung bis Dienstag, 05.09.2023 unter info[at]qm-donaustrasse.de)

Weitere Quartiersratssitzungen:

Donnerstag, 26.10.2023 um 19 Uhr (Ort wird zeitnah auf der Homepage bekannt gegeben)

Donnerstag, 30.11.2023 um 19 Uhr (Ort wird zeitnah auf der Homepage bekannt gegeben)

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