Eine runde Sache mit drei Seiten: der Kiezkiosk "Donaueck"

Corona hat vieles zum Stillstand gebracht, aber nicht alles zum Erliegen: in den letzten Wochen wurde im Quartiersbüro an einer ganz besonderen Litfaßsäule gewerkelt.

Matteo Ciprandi

Simon Alvarez

Simon Alvarez

Simon Alvarez

Simon Alvarez

Tagelang war Matteo Ciprandi vom Projekt Grüner Donaukiez zusammen mit einer Praktikantin damit beschäftigt, Holzbretter zuzuschneiden, zu sägen und miteinander zu verschrauben. Kurz nach Ostern war sie dann fertig, die allererste Infosäule für den Donaukiez. „Den geplanten Kiezgarten müssen wir schweren Herzens erst einmal zurückstellen“, erklärt Matteo Ciprandi von „LIFE e. V.  – Bildung Umwelt Chancengleichheit“, dem Träger des Projekts. Eigentlich sollte die kleine grüne Oase im Mai eröffnet werden. Viele Anwohner*innen, Institutionen und Akteure aus dem Kiez haben mitgeplant und sollten auch beim Bau beteiligt werden. Doch wegen der Ansteckungsgefahr sind derzeit keine Zusammenkünfte erwünscht. „Wir haben uns dann überlegt, wie man trotzdem die Nachbarschaft zusammenbringen kann“, so Matteo Ciprandi. Zusammen mit dem Quartiersmanagement wurde daher das DonauEck entwickelt. An dieser Infosäule können Anwohner*innen auf dem Weg zum Einkaufen oder beim Spaziergang Infos zu Covid-19 finden, sich mit ihren Nachbar*innen austauschen oder Spendengaben mitnehmen.

Informativ, dynamisch und spendabel 


Die Infosäule hat drei Seiten. Die erste Seite wird mit Adressen von Beratungshotlines und Anlaufstellen zum Thema Corona bestückt. Das ist vor allem für die Leute gedacht, die über Infos im Internet nicht so gut erreicht werden. Die zweite Seite ist schwarz und soll eine Art dynamische Stadtteilzeitung werden. Jeder, der will, kann hier mit Kreide eine Nachricht hinterlassen oder etwas malen. Man kann beispielsweise nach einer Kinderarztempfehlung fragen, sich zum Straßenbäumegießen verabreden oder seine Gedanken zur Vermüllung im Kiez teilen. Mitmischen wird auch das Medienprojekt der Schillerwerkstatt, das eine bewohnergetragene Ausgabe der Donauwelle erstellen soll.

Masken und Blumensamen zum Mitnehmen

Und schließlich gibt eine dritte Seite der Infosäule, die Haken und Fächer hat. Hier können Nachbar*innen, ähnlich wie bei den Gabenzäunen, Lebensmittel und Hygieneartikel, aber auch Bücher oder Blumensamen, spenden. Die Mundschutzmasken, die beim Frauen- und Mädchentreff des Vereins Sivasli Canlar genäht wurden, sollen hier ebenfalls abgelegt werden.

Geplant sind drei Standorte, wobei man aber in einer Probephase erst einmal schauen will, wie hoch der Betreuungsbedarf ist. Die erste Säule steht nun vor dem Büro des Quartiersmanagement in der Donaustraße Nummer 7! Das DonauEck stellt Informationen, Austausch und Mitmach-Aktionen kontaktlos für die Nachbarschaft bereit. Wenn Sie Interesse haben uns dabei zu unterstützen (Betreuung des Büchertausch, der Lebensmittelspenden oder des schwarzen Bretts...) können Sie sich gerne bei uns melden.

Hier geht es zum Video.

Das Projekt Grüner Donaukiez wird mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt über das Quartiersmanagement Donaustrasse-Nord gefördert.